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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

niedermachen zu lassen. Diesen Plan theilte er seinem jüdischenMinister mit, ohne den er nichts unternahm, und fügte hinzu, daßsein Entschluß so fest stehe, daß er durch Gegengründe nicht wankendgemacht werden könnte. Auch erwartete er von ihm strengste Ver-schwiegenheit darüber. Joseph hielt aber den Mordplan für einenunheilvollen politischen Fehler und unterließ nichts, dem blutdürstigenKönig dieselbe Ueberzeugnng beizubringen. Er stellte ihm eindringlichvor, daß der Plan scheitern könne, und die Araber der Stadt undUmgegend zur Selbstrettung die Waffen ergreifen würden; aber selbstim Falle, daß die ganze arabische Bevölkerung ohne Gegenwehr fallensollte, würde die Gefahr nicht schwinden, sondern nur noch wachsen,denn die rein arabischen Nachbarstaaten, wie der von Sevilla, würdendadurch zu um so größerer Wuth anfgestachelt werden und einenRachezug gegen den Verderber ihrer Stammgenossen unternehmen.Ich sehe sie schon," sprach Joseph lebhaft,ich sehe sie schon wuth-entbrannt herbeiströmen, jeder von ihnen schwingt sein Schwert umdein Haupt, o König, und unzählige Feinde wie die Wogen desMeeres stürzen sich ans dich, gegen welche du und dein Heer nichtsvermögen." So der jüdische Staatsmann.

Badis beharrte aber bei seinem Entschlüsse und ertheilte indiesem Sinne seine Befehle an seine Truppenführer. Allein Josephhielt es für seine Pflicht, ein solches Unheil vom Haupte der ara-bischen Bevölkerung und des Königs wider dessen Willen abzuwenden,und setzte dabei sein Leben aufs Spiel. Durch Frauen, denen ervertrauen durfte, ließ er die angesehenen Araber der Hauptstadtheimlich warnen, sich am nächsten Freitag nicht in die Moschee zubegeben, sondern sich versteckt zu halten. Sie verstanden den Winkund befolgten ihn. Am Freitag waren die Truppen in der Nähe desPalastes aufgestellt. Badis' Spione fanden daher in der Moschee nurBerbern und wenige Araber ans der niederen Volksklasse. Badismnßte den Plan aufgeben, aber sein Zorn wandte sich gegen seinenMinister, den er in Verdacht hatte, sein Geheimniß verrathen zuhaben, und er machte ihm bittere Vorwürfe darüber. Joseph leugnetedie Thatsache, die Araber gewarnt zu haben, und behauptete, seinPlan habe sich in Folge der geheimnißvollen militärischen Vorkehrungohne Zweck von selbst verrathen. Schließlich bemerkte er: der Königmöge Gott danken, daß er ihn vor unausbleiblicher Gefahr geschützthabe.Die Zeit wird kommen, wo Du meine Anschauung von derSache billigen und die Rathschläge, die ich Dir ertheilt, gntheißenwirst." Auch ein berberischer Scheich unterstützte die Worte desWesirs, und Badis beruhigte sich. Allein ein Stachel blieb ihm im