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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-G'anach.

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Gesichtspunkte in einem Schriftchen angekämpft. Sein selbstständigesüber Chajug hinausgehendes Verhalten hatte aber dessen warme An-hänger, darunter Samuel Jbn-Nagrela, welcher einer der ersten war,tief verletzt. Es entstand daher ein heftiger Federkrieg zwischen Jbn-G'anach und den Jüngern der Chajug'schen Schule, der in leiden-schaftliche persönliche Angriffe ausartete, ebenso wie der Streit zwischender Schule Menahem's und Dunasch's. Samuel Jbn-Nagrela undJona Jbn-G'anach drückten gegeneinander Pfeile des Witzes und derIronie ab. Grammatische Streitschriften folgten auf einander vonder einen und der anderen Seite. Der letztere giebt einmal zu ver-stehen, daß ihn Samuel aus Neid verunglimpft und ausgesprengthabe, eine von ihm ursprünglich aufgestellte Bemerkung sei ein Plagiatan älteren orientalischen Grammatikern ^). Die zwei Hauptträgerder jüdischen Cultur in diesem Zeitabschnitte, der feinsinnige Fürstund das Genie der hebräischen Sprachforschung, waren bittere Gegner,und ihre Feindschaft scheint niemals zur Versöhnung gekommen zusein. Persönliche Antipathie und die Zwischenträgerei geschäftigerFreunde mögen gleichen Antheil daran gehabt haben.

Im Gefühle des herannahenden Alters, das Jbn-G'anach mitPlato dieMutter der Vergeßlichkeit" nennt, arbeitete er sein Haupt-werk aus, worin er die Summe seiner Forschungen und den ganzenReichthum seines innern Lebens uicderlegte. Er hat darin Grund-sätze der hebräischen Grammatik entwickelt, die wegen ihrer Tiefe undKühnheit th eils nicht erfaßt und theils verdammt wurden. Jbn-G'anachwar nicht blos der Schöpfer der hebräischen Syntax, sondern hat sieauch der Vollendung nahe gebracht. Aber noch bedeutender als seinegrammatischen Gesichtspunkte sind die lichtvollen exegetischen Grund-sätze, die er in diesem Werke auseinandersetzte, wie die Bibel ans-gelegt und wie sie verstanden sein soll. Keiner vor ihm und nursehr Wenige nach ihm bis auf den heutigen Tag haben die Kunst-werke der heiligen Literatur in allen ihren Feinheiten so richtigverstanden und so treffend zu beleuchten gewußt wie Jbn-G'anach.Von der Höhe, zu der er die Bibelforschung erhoben, erscheinen allevoranzegangenen Leistungen, von dem ersten karäischen Bibelforscherbis auf Saadia, Menahem, Dunasch und Chajug nur als Schüler-arbeiten. Die Karäer hatten zwar jedes Wort der heiligen Spracheauf die Goldwage gelegt, seine Bedeutungen durch Vergleichung zuerforschen gesucht und um Sinn und Zusammenhang sich vielfachabgemüht, aber sie hatten die Exegese in Dienst genommen, in den

st Likms.Ii. Kirchheim x>. 18L.