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Geschichte der Juden.
dafür von dem Statthalter hart bestraft worden sein. Aus diesemGrunde haben sich wohl Viele entschlossen, dem Rufe des syrischenMessias zu folgen und ihren unbeweglichen Besitz zu verlassen. DerStatthalter Anbasa (Ambiza) zog darauf die Güter der Ausgewandertenfür den Fiskus ein (721 *).
Serenes Ende war, wie er es verdient hatte, kläglich. Er wurdegefangen und vor den Chalifen Jezid, Omars II. Nachfolger, gebracht,der seinen messianischen Vorspiegelungen ein Ende machte. Er legteihm verfängliche Fragen vor, die er nicht beantworten konnte. Serenesoll aber vor dem Chalifen geleugnet haben, eine ernste Absicht gehabtzu haben; er soll geäußert haben, er habe sich blos mit den Judeneinen Spaß erlauben wollen. Darauf übergab ihn der Chalife denJuden selbst zur Bestrafung. Viele von seinen Anhängern, welcheihre Leichtgläubigkeit bereuten, wollten sich wieder den Gemeindenanschließen, von denen sie sich durch die Uebertretung der talmudischenSatzungen getrennt hatten. Die syrischen Gemeinden waren aberzweifelhaft, ob und wie sie die Reuigen wieder in ihren Schoß auf-nehmen sollten, und ob sie nicht als Proselyten zu behandeln seien.Sie wandten sich deswegen an das Oberhaupt der pumbaditanischenHochschule, National b. Nehemia^). Dieser, welcher den BeinamenMar Janka führte, war auf Mar-Rabja (o. S. 118) gefolgt (719).Er war mit dem Exilsfürsten Chasdai verschwägert und übte ein sostrenges Regiment über die Collegienglieder von Pumbadita aus, daßsie auswanderten und sich um den zeitgenössischen Gaon zu Sura,mit Namen Jakob von Nahar-Pakor, scharten^). Worin NatronaisStrenge bestand, wird nicht angegeben. Auf die Anfrage wegen Auf-nahme von Serenes Anhängern entschied National im milden Sinne.Seine Entscheidung lautete, daß nach talmudischem Gesetze ihrer Auf-nahme in den Gemeindeverband nicbts im Wege stehe, da sie als Judenbehandelt werden müßten. Nur müßten sie öffentlich in der SynagogeReue und Büßfertigkeit zu erkennen geben, frommen Wandel nachtalmudischcr Vorschrift versprechen, und allenfalls sollten sie auch derGeißelstrafe unterworfen werden^). Es gab aber auch damals andereApostaten, welche sich sogar über die biblischen Vorschriften, Sabbat,Schlachtritual, Blutgenußverbot, Eheverbot unter Verwandten hinweg-gesetzt hatten. Es ist aber nicht bekannt, in welcher Gegend diese,welche mit dem Judenthum ganz und gar gebrochen hatten und doch
1) Note 14.
2) Ebendas.
°) Scherira Sendschreiben x. 4g.
4) Note 14