Ter Messias von Creta.
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durch Schiffer errettet. Der falsche Moseh aber soll nicht wieder ge-funden worden sein. Die christliche Quelle, welche diese Thatsacheerzählt, bemerkt mit großer Befriedigung, daß die Juden von Cretaglaubten, von dem Blendwerke eines Dämon, der menschliche Gestaltangenommen habe, verführt worden zu sein; sie fügt noch hinzu, daßviele Juden dieser Insel, von dem Vorgänge beschämt, sich demChristenthnme zugewendet Habens. — Vor solchen falschen Hoff-nungen, deren Folgen unberechenbar waren, warnte R. Aschi und gabjener in Umlauf gesetzten Weissagung einen andern Sinn: „DerMessias kann vor dieser Zeit, vor dem fünf und achtzigsten Jubiläum,gewiß nicht erscheinen, erst nach Ablauf dieser Zeit kann man sich derHoffnung, aber nicht der Gewißheit seiner Ankunft hingeben" ^). —Der von seinen Zeitgenossen und der jüdischen Nachwelt hochverehrteAmora R. Aschi starb im hohen Alter (427), zwei Jahre vor derEinnahme Carthago's durch Geiserich. Dieser Vandalenfürst, derden aufgespeicherten Raub Roms ihr wieder entriß, führte auch dieTempelgesäße, welche Titus im Triumph zu der Beute so vielerNationen gelegt hatte, nach Afrika hinüber. Die Tempelgefäße habenwie die Söhne Judäa's viele Wanderungen machen müssen.
Judäa, das durch das Patriarchat noch immer für die Gemeindendes römischen Reiches das Haupt war, bietet in diesem Zeitalter nochmehr als früher das düstere Bild des völligen Absterbens. DerDruck des feindseligen Christenthums lastete allzusehr ans ihm uuderstickte den Forschuugstrieb. Das Talmudstudinm, wenn auch nichtganz erloschen, zeigte nur noch den letzten Schimmer der Abenddämme-rung. R. Tanchuma bar Abba, der Hauptträger der jüngerenAgada, ist die letzte halachische Autorität in Judäa. Auch dort, wiein Babylonien, haben die letzten Amorüer die Traditionen gesammeltund den jerusalemiscben (richtiger den judäischen oder abendländischen)Talmud angelegt und geordnet (Daiwuä solle! llll-sri-lsrasl, 6sms.ru cliUsus Lls'srsba). Aber so dürftig sind die Nachrichten aus Judäa,daß nicht einmal die Namen der Sammler oder der Anreger bekanntgeworden sind. Ohne Zweifel hat das Beispiel Babyloniens auchdiese Sammlung veranlaßt. Einer Andeutung zufolge scheint man inLiberias in der ersten Hälfte des vierten Jabrhnnderts mit demSammeln begonnen zu Habens. Das Patriarchat, das letzteUeberbleibsel aus der Vorzeit, fand in dieser Zeit seinen völligenUntergang.
ff Loorstss llistaris soolss. VII. 36. ff gzmllsärin das.
ff Lvstz'rü sollolsstioi krsg'msuts IV. 17.
ff Liclusollin 13. s.
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