Schabur II.
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Haupt schwebte. Er hatte nämlich einen Inden geißeln lassen, weilderselbe mit einer Perserin fleischlichen Umgang gepflogen hatte, unddie Züchtigung hatte dem Sträfling den Tod zugezogen. Der Fallkam Schabur zu Ohren, und Raba sollte wegen der Ausübung derpeinlichen Gerichtsbarkeit hart bestraft werden. Es scheint, daß ersich der Strafe durch die Flucht entzogen hat, aber sein Haus wurdegeplündert. Die weiteren Folgen wendete die Königin-Mutter Jfraab, die zu ihrem Sohne gesagt haben soll: „Laß dich nicht mit denJuden ein, denn was sie von Gott erflehen, das gewährt er ihnen" *).Jfra hatte im Gegensätze zu ihrem Sohne eine ganz besondere Zu-neigung für die Juden und namentlich für die Gesetzeslehrer, denensie einen Blick in die geheimsten Herzensfalten zutraute. Wie siefrüher einen Beutel mit Gold R. Joseph zngestellt hatte, so schicktesie auch Raba 400 Golddenare zu, die Rami, ein Zeitgenosse, zurück-weisen wollte, weil man von Heiden kein Almosen nehmen dürfe.Raba nahm jedoch das Geld an, vertheilte es aber unter heidnischeArme 2). Die Königin-Mutter Jfra hatte auch den sonderbaren Ein-fall, dem Schulhaupte von Machuza ein Opferthier zuzuschickeu,welches, um ihre Verehrung des einzigen Gottes zu bethätigen, nachjüdischem Gebrauch geopfert werden sollte. Um die mächtige Gönnerinnicht zu erzürnen, mochte es Raba nicht zurückweisen und ließ esdaher auf einer Sandbank im Meere von zwei unbefleckten Jünglingenauf frisch gefälltem Holz mit unbenutztem Feuer verbrennen °fl. Rabaerlebte weder die Einführung des Kalenders durch Hillel, noch denkurzen Sonnenblick, welcher den Juden zulächelte. Er starb nachvierzehnjähriger Wirksamkeit (352).
Nach Raba's Tod hörte die Bedeutung Machuza's auf, undPumbadita trat wieder in seine frühere Stellung ein, da es nurunfreiwillig sich die Palme von Raba hatte entreißen lassen. Merk-würdigerweise trat von jetzt an eine Mittelmäßigkeit und Erschöpfungein, als wenn sich die geistige Thätigkeit nach so vielen Anstrengungenerholen wollte. Kein einziger unter Raba's Nachfolgern war imStande, ihn zu ersetzen. Die Vertreter der babylonischen Lehrhänser,R. Nachmau b. Isaak, R. Papa und R. Chama aus Nahardea,hatten keine hervorragende Bedeutung; der pumbaditanische Geist derscharfen Analyse und Dialektik fand wohl Pflege, aber keine Fort-bildung.
R. Nachmau b. Isaak (geb. um 280, gest. 356) wurde Leiterder pumbaditanischen Metibta, aber nur wegen seines vorgerückten
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Graetz, Geschichte der Juden, n
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