Hillels fester Kalender.
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die im römischen und persischen Reiche zerstreuten Gemeinden an dasPatriarchat knüpfte. Der sichere Fortbestand des Judenthums lag ihmmehr am Herzen, als die Würde seines Hauses; darum gab er die-jenigen Funktionen ans, ans welche seine Vorfahren Gamaliel II. unddessen Sohn Simon so eifersüchtig und empfindlich waren. Tiedamaligen Synhedrialmitglieder waren mit dieser Neuerung einver-standen; nur wollten sie den zweiten Feiertag, den die anßerpalä-stinensischen Gemeinden zweifelshalber von jeher zu begehen Pflegten,nicht aufgehoben wissen. R. Josä erließ an die alexandrinische Ge-meinde ein Sendschreiben mit den Worten: „Obwohl wir euch dieOrdnung der Feiertage (8iärs Llo'aäot) zngestellt haben, so ändertdoch nichts an der Gewohnheit eurer Vorfahren," (auch den zweitenFesttag heilig zu achten). Auch den Babyloniern wurde dasselbe be-deutet: „Haltet fest an dem Gebrauch eurer Väter" ^). Diese Warnungwurde gewissenhaft befolgt, sämmtliche jüdische außerpalästinensischeGemeinden feiern bis auf den heutigen Tag den zweiten Feiertag.
Die Berechnung des von Hillel eingeführten Kalenderwesensist so einfach und sicher, daß sie bis auf den heutigen Tag keine Nachhülfeund Verbesserung nöthig gemacht hat, und ist darum von jüdischenund nichtjüdischen Sachkundigen als etwas Vollendetes anerkanntworden. Die Differenz zwischen dem Sonnen- und Mondjahr, (daserstere zu 365 Tagen angenommen und das letztere zu 12 mal 29 Tagen,12 Stunden und ein Bruchtheil), von welcher der jüdische Festcyklnsabhängt, ist in dieser Berechnung bis auf wenig störende Brnchtheileausgeglichen; die Dauer der Monate ist dem astronomischen Mond-umlauf nahe gebracht, und außerdem sind die besonderen halachischenVerhältnisse der jüdischen Feste darin berücksichtigt. Sie beruht ansdem von dem griechischen Astronomen Meton eingeführten neunzehn-jährigen Cyklns (klaollsor da Oobunak), in welchem sieben SchaltjahreVorkommen. In jedem Jahre sind zehn Monate unveränderlich, jeeiner zu 29 und der andere zu 30 Tagen; nur zwei Herbstmonate,welche auf den wichtigsten Monat Tischri folgen, sind veränderlich ge-lassen, weil sie von gewissen astronomischen und jüdisch-gesetzlichenVerhältnissen abhängen, z. B., daß der Monat Tischri nicht mit demTage beginnen sollte, welcher noch größtentheils znm vorangegangcnenMonate gehörte, daß ferner der Versöhnnngstag weder vor, noch nachdem Sabbate treffe, und daß endlich der Hosianna-Tag nicht miteinem Sabbat Zusammentreffen sollte. Diese und andere Berechnungenberuhen aber auf so einfachen Regeln, sind so bequem und leicht, daß
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