Rab.
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Hierbei zeigte sich aber recht grell das Willkürregiment des Exils-fürsten. Er hatte von Abba-Areka verlangst auch die Marktpreise zuüberwachen und die Vertheuerung der Lebensmittel zu verhindern.Weil derselbe sich aber diesem Ansinnen nicht fügen wollte, indem ersich hierbei auf ein marktpolizeiliches Gesetz berief, wurde er in'sGefängniß geworfen und blieb so lange darin, bis Karna dem Exils-fürsten sein Unrecht vorhielt, einen Mann zu strafen, der voll Dattel-saftes (voller Geist) seiZ. Durch das Agoranomen-Amt war Abba-Areka veranlaßt, Reisen in die verschiedenen Bezirke des jüdischenBabylonien zu machen und wurde dadurch im Lande bekannt. Derletzte parthische König Artaban III. (216—226), aus dem Hanseder Arsaciden, welcher ihn vielleicht auf seinen Rundreisen gesprochenhatte, schätzte ihn so hoch, daß er ihm einst werthvolle Perlen zumGeschenk zuschickte. Zwischen dem letzten Partherkönig und dem erstenbabylonischen Amora herrschte ein freundschaftliches Verhältniß, wiezwischen dem judäischen Patriarchen und dem römischen Kaiser dieserZeit. Artaban und die arsacidische Dynastie wurden von Ardschirgestürzt. Als Artaban fiel, sprach Nab trauernd: „Das Band istgelöst" 2). Auf diesen Reisen erfuhr Abba mit Erstaunen, in welchermaßlosen Unwissenheit der jüdischen Gesetze diejenigen Gemeinden lebten,welche vom Mittelpunkte entfernt waren. In einem Orte Tatlarfoskannte man nicht einmal das traditionelle Verbot, die Mischung vonMilch- und Fleischspeisen zu genießen. Eine Frau fragte die andere:„Wie viel Milch braucht man zu so und so viel Fleisch?"^). Umder Uebertretung aus Unwissenheit zu steuern, verschärfte Rab Manchesund verbot auch das Erlaubte. Manche neue Erschwerungen ent-standen auf diese Weise, die vermöge seiner Autorität Gesetzesgültigkeiterlangten. Die Verwahrlosung, in der sich die Gegend von Surabefand, regte in ihm den Gedanken an, gerade dort ein Lehrhansanzulegen, damit durch die ab- und zureisenden Jünger die Gesetzcs-kenntniß allgemeiner werde. Und dieses große Werk ist ihm gelungen.Wenn der Ausbau des Religionsgesetzes zur Erhaltung des Jnden-thums beigetragen hat, so ist ein großer Theil dieses Erfolges Abba-Areka zuzuschreiben. Beinahe acht lange Jahrhunderte war Sura mitgeringen Unterbrechungen der Sitz der talmudischen Gesetzesknnde undzuletzt eine Schule der Weisheit.
1) üsrns. Labn Uatrn V. Ende. Labt. das. 89. a.
2) üer. Usab I. 15. ä.; Osnssis Uabba o. 58. b. ^.boüa, Lara, 10. b. In
den beiden ersten Stellen muß cmendirt werden 217 statt: oder wipn
in der letzten —pu-m statt pnin. Auch b. Usoadiim 112 b. ist stattL'np.n zu lesen. Obutiii 110. a. üsrns. Loböbalim VH. 50. b.
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