Das jüdische Babylonien.
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nnd neuer Zeit die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gezogen hat;nordwärts von Jhi-Dakira wohnten mehr Heiden als Juden. Einigedehnen die Nordgrcnze etwas weiter ans bis Akra di-Tulbakene,Andere noch weiter bis zur ersten Enphratbrücke *). Im Südenreichte das jüdische Babylonien bis zur Stadt Apamia auf derTigrisinsel Mesene^); im Osten bis znm Flusse Wani (Unbar-IVani,Uabarorvan) östlich vom Tigris ^), doch keineswegs hoher hinauf alsdie Parallele mit Dakira erfordert und nur etwa bis zur Tigris-Brückebei Machusa'st. Im Westen bildete der Euphrat die natürlicheGrenze; doch wurden manche Punkte jenseits desselben, wie Bairam,dazu gerechnet. Im engsten Sinne heißt endlich Babylonien nur einkleiner Bezirk an der Ostseite des Euphrat, dessen Mittelpunkt Pumba-dita gewesen zu sein scheint. Die Ausdehnung dieses Bezirkes reichtevon Nahardca im Norden bis Snra im Süden, etwa 22 Para-sangen d. Meilen 5). Doch wurde zuweilen nur der südlichste
Theil dieses Striches Babel genannt und Nahardea bald darin ein-geschlossen °). Die Umgrenzung des jüdischen Babylonien ist für dieGeschichte nicht gleichgültig, weil sie für die damalige Zeit eine Ge-Wissenssache war. Selbst in Judäa räumte man den babylonischenEingebornen jüdischer Abkunft die lauterste Reinheit der Geschlechterein, daß sie sich von jeder Vermischung mit Heiden, Sklaven oderunehelich Gebornen auf das Strengste fern gehalten haben; Judäastand und stellte sich in dieser Beziehung Babylonien nach. Ein altesSprüchwort sagte: „Die jüdische Bevölkerung in den (römischen)Ländern verhält sich in Bezug auf Abstammung gegen jene in Judäa,wie vermischter Teig zum reinen Mehl, Judäa selbst aber ist auchnur Teig gegen Babylonien" ^). Gewisse stehende Formeln warenschon in Umlauf gesetzt über den Grad der Familienunbefleckthcit;eine sprüchwörtliche Tradition lautete: „Babylonien (im engernSinne) ist gesund (makellos), Mesene todt (vermischt), Medienkrank (halb zweifelhaft), Elam (külzmmis, Obusiotan) in den letztenZügen (sehr zweifelhaft)" st, Ueber die Geschlechtsreinheit mancherGegenden war man streitig. Die jüdische Bevölkerung des südöstlich
st Uaba Latra 24. a.
st Lülusobin das. Usnosis Uabba das.
st Daselbst. Ritter, Erdkunde X. 229. ff.
st Xülüusebiu 72. a. nnnioi uiL-'ra roin ix, so die Lesart
Scherira's in Lss>m. 'ixs x. 15. b. Nr. 3ü.
st Lsraebot 44. a. s. Sabbat 60. b und dazu die Erklärung in ^.rnobv. ix 1.
st Bcrgl. Urubin 45. a., 63. a. Xstubot 54. a. Uaba Uatra 145. a.st Xiclusebin 7l. a. st Das. cksrns. das. IV. p. 65 v.