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Geschichte der Juden.
Der vierte Märtyrer, der mit gleicher Standhaftigkeit den Toderduldete, war R. CHaui nah b. Teradion. Ungeachtet der War-nung von R. Josä b. Kisma fuhr er fort, Lehrvorträge zu halten, biser vor das Bluttribnnal geschleppt wurde. Man fragte ihn, warum erden kaiserlichen Befehlen zuwider gehandelt habe, worauf er mit demganzen Freimuth überzeugter Religiosität antwortete: „Weil es mir Gottso befohlen hat." Er wurde am 25. Sivan, in eine Gesetzrolle gehüllt,auf einem Scheiterhaufen von frischen Weiden verbrannt. Zum lieber-maße der Unmenschlichkeit legte man ihm augefeuchtete Wolle aufsHerz, damit seine Todespeiu noch länger dauerte. Der Todesvollstreckerselbst, mitleidiger als der Richter, rieth ihm, sich die Wolle abzuuehmeu,um sein Ende zu beschleunigen; allein R. Chaninah mochte nicht daraufeingeheu, weil er solches für einen Selbstmord hielt. Der Mann vondem blutigen Handwerke, hingerissen von so viel standhafter Seelen-größe, nahm ihm die Wolle ab und soll sich selbst dann in die Flammengestürzt haben. R. Chaniuahs Frau soll ebenfalls zum Tode ver-urtheilt und seine Tochter nach Rom geführt worden sein, um derSchande preisgegeben zu werden Z. — Das Märtyrerthum vonR. Chuzpit, dem Sprecher (Metnrgeman) im jamnensischen Syn-hedrin und R. Jsebab, Synhedrialsekretair, wird ohne nähereUmstände erzählt; ohne Zweifel sind sie ebenfalls bei der Beschäftigungmit der Lehre ertappt worden. R. Chuzpit, als öffentlicher Rednermit Beredsamkeit begabt, wurde die Zunge ausgeschnitten und denHunden vorgeworfen. — Als letzter Märtyrer wird R. Juda b.Baba angeführt, den die Zeitgenossen für ganz sündlos hielten. Erbefürchtete durch die Hinrichtung der angesehensten Gesctzeslehrer denvollständigen Untergang der Tradition, wenn die überlebenden Jüngerohne die erforderliche Weihe bleiben sollten, und lud daher die letztensieben Jünger R. Akiba's zur Ordination ein. Auf diese Handlungwar, wie schon erzählt, die höchste Strafe verhängt, selbst für den Ort,wo sie vor sich gegangen war. Um keine Stadt zu gefährden, begabsich R. Juda mit den sieben in ein Engthal zwischen den StädtenUscha und Schefaram, legte ihnen die Hände weihend ans und auto-risiere sie hiermit als selbstständige Gesetzeslehrer und Richter. Einerömische Truppe, vermuthlich durch Verräther auf die Spur geführt,überraschte sie jedoch bei diesem Akte. Kaum blieb R. Juda die Zeit,
st ^.boäa Lara 18. a.
st sL^ubsäriu 14. a. werden nur sechs genannt. Graetz stützt sich aberoffenbar auf üsrusob. 6ba°I§a III, I. x. 78. ä., wo von 7 Nettesten, und aufOeuesis Uabba öl, wo von 7 übrig gebliebenen Schülern R. Akibas die Redeist. Nergl. weiter x. 172.j