Neuntes Mipitkl.
DaS hadrianische Verfolguugssystem. Jerusalem in die Heidenstadt Aelia Capito-lina verwandelt. Rnsns der Blutrichter. Der lyddensische Beschluß. DerAugeber Acher. Die zehn Märtyrer. Veränderungen im Christenthumedurch die hadrianische Verfolgung.
(l35 — l38.)
Hadrian, der während der Jahre der Revolution in Angst ge-lebt hatte, begnügte sich nicht, sie vollständig gedämpft zu haben,er wollte jeden Keim zn einem künftigen Aufstande schon im Vorausersticken. Die jüdische Nation lag als eine große Leiche ans denblutgetränkten Feldern ihres Vaterlandes, das befriedigte seinenRachedurst nicht, auch die jüdische Nationalität sollte vernichtetwerden. Zn diesem Ende ließ er eine Reihe von Gesetzen in Aus-führung bringen, welche darauf berechnet waren, das Jndcnthum,das geistige Leben des jüdischen Volkes, aus dem Herzen der Uebrig-gebliebenen zn reißen. Hadrian ernannte denselben Rnfus zumVollstrecker seiner Edikte, der, ungeschickt in der Kriegsführung gegenden bewaffneten Feind, tauglicher schien, den Krieg gegen Un-bewaffnete, den Krieg mit Plackereien, mit spionirender Anfpassereizu Ende zu führen; der Feldherr Severns war nach vollbrachterArbeit wieder nach Britannien znrückgeschickt worden. Um die StadtJerusalem (und den Tempelberg?), wo vielleicht noch Spuren desunternommenen Wiederaufbaues vorhanden waren, hatte Rufns denPflug ziehen lassen, als Zeichen, daß eine andere Stadt erbautwerden sollte. Dasselbe geschah an dem, in der jüdischen Geschichteso verhängnißvollen nennten. Ab, vielleicht ein Jahr nach dem FalleBetars (l36)*). Die Stadt selbst ließ Hadrian neu anfbauen, ver-mnthlich mehr nördlich, wo ehemals die Vorstädte waren. EineKolonie von ausgedienten Soldaten, Phöniciern und Syrern, ließer in der neuerbanten Stadt ansiedeln. Sie war ans griechische Art
ff Daanid 29. a. lllei'on)'mns zu 2aclmria e. 8. s. Note 14.