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Geschichte der Juden.
Hände'). Es scheint, daß galiz Judäa mit Samaria uud Galiläavon den Römern geräumt, in den Besitz der Juden gekommen war.Als Hadrian die erste Nachricht von dem Aufstande in Jndäa erhielt,legte er ihm kein großes Gewicht bei; aber als dann die Berichte voneiner Niederlage der römischen Truppen nach der andern einliefen,schickte er Truppenverstärkung uud seine besten Feldherren auf denSchauplatz des Krieges. Legionen aus Phönizien, Aegypten und Arabienwurden eiligst nach Judäa befördert, selbst ans den weitliegendeuProvinzen Mösien und Manritanien wurden Trnppentheile heran-gezogen. Die spanische und phöuicische Flotte hatten vollauf zu thun,Truppcntheile zur Verstärkung herbei zu bringen. Zwei ans anderenSchauplätzen siegreiche Feldherren trafen gleichzeitig oder nach einanderein, den Krieg, welcher sich über die Nachbarprovinzen auszudehnendrohte, zu beenden: Pnblius Marcellus, Statthalter von Syrien undLolins Urbanus, bisher Statthalter von Niederdentschland. Siesollten den Kaiser in der Führung des Krieges vertreten. Vergebens;sie hatten kein besseres Glück als Rnfns und sie ließen ihren Ruhm aufden judäischen Schlachtfeldern^). Diese unerwarteten Erfolge machtendas jüdische Volk so sicher, als wenn seine Unabhängigkeit nimmermehr gefährdet werden könnte. Diejenigen, welche früher, um derJudensteuer zu entgehen, ihre jüdische Abstammung durch eine künstlicheVorrichtung unkenntlich gemacht hatten, unterwarfen sich neuerdingseiner Operation ^), um nicht mit 'diesem Zeichen der Abtrünnigkeitbehaftet, in der neuen Ordnung der Dinge vom messianischen Reicheausgeschlossen zu werden. Ganz ohne Zweifel war auch Jerusalemin Händen der jüdischen Sieger, und sie mochten wohl auch an dieWiederherstellung des Tempels gedacht haben, wiewohl keine einzigejüdische Quelle diese Thatsache auch nur mit einem Worte andeutet.Mitten in stetem Kriegsgetümmel, fortwährend von neuen römischenLegionen beunruhigt, hatten sie keine Zeit, Hand an ein so umfassendesWerk zu legen. Auch mochte es an Bauholz gefehlt haben, welcheszu jedem Neubau des Tempels vom Libanon herbeigeschafft werdenmußte, und dieses Gebirge mit seinen Cedernwaldungen ivar in denHänden der Römer. Jerusalem spielte also in diesem Kriege durchauskeine Rolle.
Bar-Kochba übte, um die Unabhängigkeit des jüdischen Landesrecht scharf hervortreten zu lassen, einen Akt souverainer Machtvoll-kommenheit ans: er ließ jüdische Münzen prägen. Man nannte dieselben
') vio vasstns 69. 14.
") fVergl. Volksausgabe II, 81 S. Dia Oassiuo 69, 13 Oarmoboter Revueds. p. 42.s °) S. oben S. 72.