Siebentes Knpitel.
Hadrianische Regiermigszeit. Aufstand der Juden gegen Quietus. Trajanstag.
Julianus und Pappos. Bewilligung zum Bau eines Tempels in Jerusalem
imd Zurücknahme derselben. N. Josua's Einfluß. R. Gamaliel's Tod.
Wanderung des Synhedrin nach Uscha. Beschlüsse desselben.
Hadrian fand bei seinem Regierungsantritt (August 1t 7) eineReihe von Völkern schon im Aufstande begriffen, und andere, welcheneuerdings Miene machten, die Fesseln des Alles bezwingenden Romzu sprengen. Kaum war die Kunde von Trajans Tod verbreitet,dessen eisernen Arm inan gefürchtet, als im Morgen- und Abendlanddie Flammen des Aufstandes hell aufschlugen; der Wille der Völkergab sich, gleichsam wie verabredet, auf eine gewaltige Weise kund,frei von römischer Unterthänigkeit zu leben. Das parthische Land,wo Trajan jüngsthin eineu Schein von römischer Oberherrlichkeiteingeführt hatte, einige kleiuasiatische Länder, deren Bodenreichthumdie kaiserlichen Beamten ausgesogen, das wilde Mauritanien undSarmatien, das entfernte Britannien, dessen Einwohner von jeher nurunwillig das römische Joch trugen, alle diese Völker benutzten denAugenblick der Schwäche, sich selbstständig zu machen*). Die JudenPalästinas, deren Haß gegen die Römer noch flammender war, hattenschon früher einen Aufstand organisirt, zu dessen UnterdrückungQuietus von Trajan dahin beordert worden war, nachdem er seineBlntarbeit in den Euphrat-Ländern vollendet hatte. Es war ihmaber noch nicht gelungen, Herr desselben zu werden, als Hadrian dieRegierung antrat.
Ueber die Natur des Krieges in Judäa schweigen die Quellenganz und gar. Die jüdischen Nachrichten nennen diese zweite Er-hebung den Krieg des Quietus (Uolsraos sollst Lltos?). Siescheint für die Juden, einer Andeutung zufolge, eine üble Wendunggenommen zu haben; denn zu den öffentlichen Trauerzeicheu, welche
') Limi'täauns in Umlr. e. 5. S. Note IN.