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Geschichte der Juden.
Suetou'), erzählt, er habe es selbst erlebt, wie ein achtzigjährigerGreis schamlos untersucht wurde, ob er das jüdische Zeichen an seinemLeibe habe. Wer dabei ertappt wurde, seine jüdische Abstammungoder die Zugehörigkeit zum Judenthume zu verleugnen, dessen Ver-mögen wurde für den kaiserliche» Schatz eingezogen, Domitian, eineargwöhnische Natur, dem überhaupt noch im frischen Andenken lebte,wie schwer seinem Vater und Bruder der Sieg über die Inden geworden,scheint einen Abfall der Juden gefürchtet zu haben. Eine christlicheNachricht erzählt, der Kaiser habe Nachforschungen über die NachkommenDavids anstellen lassen, um sich zu überzeugen, ob sie nicht einen Aufstandgegen ihn erregen würden. Die Verwandten Jesu als Abkömmlingevom Hause David seien vor ihn geführt worden, und er habe sicherst dann beruhigt, als er an ihren schwieligen Händen bemerkt, daßsie zum Handwerkerstande gehörten und keiner gefährlichen Unter-nehmung gewachsen seien ^). Jüdische Quellen erzählen etwas Aehnliches.Ein römischer Herrscher habe zwei Abgeordnete zu R. Gamaliel ge-schickt, um sich die Ueberzeugung zu verschaffen, ob die jüdischenGesetze nichts Gefährliches für den Staat enthalten. Und als siedie verschiedenen Theile der Lehre angehört hatten, sollen sie ge-äußert haben, sie fänden Alles in der jüdischen Lehre vortrefflich,nur die feindseligen Ausnahmegesetze gegen Heiden, unter Andern»daß ein Raub an Heiden zu begehen dem Juden nicht eben so strengverboten sei, wie an Stammgenossen, erschienen ihnen ungerecht. Siesollen jedoch zuletzt versprochen haben, keine Anzeige von diesenheidenfeindlichen Gesetzen zu machen. Es ist kein Zug in dieserNachricht, welcher irgendwie gegen die geschichtliche Wahrheit ver-stieße, und die ganze Haltung derselben hat nichts von dem Charakterder Sage an sich. Der Inhalt derselben wird noch durch den Zu-satz bestätigt, daß der Patriarch R. Gamaliel in Folge der Ausstel-lungen der römischen Abgeordneten eine Verordnung erlassen hat,welche den Raub an Heiden eben so streng wie an Juden verpöntes.
War Domitian gegen die Juden feindselig, so verdoppelte erdiese Feindseligkeit gegen die Proselyten und ließ sie die ganze Wnthseines tyrannischen Sinnes empfinden. Er schien die Zuneigung derRömer zum Judenthume als einen Verrath an Staat und Kaiser zubetrachten. Es waren deren nicht Wenige, welche dem jüdischenBekenntnisse heimlich oder offen ergeben waren, und zwar Personenvon Stand und Würden. Solche, welche der Anhänglichkeit am
U S. oben S. 7i).
2) kksKösiim in Eusebius' Kirchengeschichte III. 20.
2) Ilaba Xama 28. a. .lerus. das. IV. p 4. b.