Gamaliels Bannstrenge.
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einer Ehefrau verboten sein, da sie doch mit dieser, als Ehefrau, verpöntist"*). — Einen Andern mit Namen Eleasar b. Chanoch traf derBann, weil er an dem religiösen Brauche des Händewaschens vor demBrodgennsse skeptisch rüttelte, und er starb im Bannes. R. Gamalieldrohte dem im höchsten Ansehen stehenden R. Akibä mit dem Bannesund nahm so wenig irgend eine Rücksicht, daß er ihn sogar über seineneigenen Schwager, N- Elieser b. Hyrkanos, aussprach. Tief durch-drungen von den unheilvollen Folgen jeder Spaltung für das Jnden-thnm, an dem ohnehin so vielerlei halb jüdische und halb christlicheSekten rüttelten, scheute R. Gamaliel auch bei geringen Anlässen nicht,mit Strenge zu verfahren, um eine Störung der Einheit zu verhüten.Es handelte sich einst um einen Ofen von eigener Struktur (Achnai-Ofen), den ein Majoritätsbeschluß gleich Thongefäßen für vernn-reinigungssähig erklärt hatte. R. Elieser, einer eigenen Traditionfolgend, wollte sich diesem Beschlüsse nicht fügen und handelte praktischdagegen. Um einer solchen offenen Auflehnung entgegen zu treten, ließdas Kollegium Alles, was in diesem Ofen znbereitet wurde, verbrennenund den Widersetzlichen in den Bann legen. Der Bann ist auf R.Gamaliels Antrag verhängt worden, und als Einige sich über dieseHärte gegen ein Synhedrialmitglied tadelnd äußerten und ihm Herrsch-sucht vorwarfen, äußerte er in der Lauterkeit seiner Absichten: „Dir,
Gott, ist es offenbar, daß ich nicht um meiner und meiner Väter Ehrewillen so gehandelt habe, sondern um deiner Ehre willen, damit dieUneinigkeit und Spaltung nicht in Israel überhand nehme^)."
Schon glaubte R. Gamaliel die Lehrpartcinngcn geschlichtet und dieEinheit wieder hergestellt zu haben, als seine Macht an einer Personzerschellte, von welcher er sich keines energischen Widerstandes versah.R. Josna, der geschmeidige, nachgiebige, scheinbar ungefährlichste, wurdedes strengen Patriarchen überlegenster Gegner. — R. Josna war, wiebereits angedeutet, mit manchen Maßregeln R. Gamaliels eben sounzufrieden, wie R. Elieser, nur wagte er es nicht, vielleicht wegen seinerärmlichen, gedrückten Lage, seine Unzufriedenheit laut werden zu lassen,und Pflegte, auf einer widersprechenden Ansicht ertappt, schnell wiedereinznlcnken. Einst hatte R. Gamaliel den Anfang des Monats Tischri,von welchem die Hauptfesttage und namentlich der Versöhnnngstag ab-hing, nach der Anssage zweier verdächtig scheinenden Zeugen festgestcllt.R. Josna wies in diesem Akte dem Patriarchen einen Jrrthum nachund forderte das Kollegium zur Abänderung des Festtages ans.
*) Osrsotr Ul'S 2 Itabba o. 1. 2) ^.(losot das.
°) cksras. Uosä Latan das.
*) Uaba. Nsma 58 b. cksrus das.
Gr lieb, Geschichte der Juden, rv. 3