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Geschichte der Juden.
Ihm War es zugefallen, seine ganz verwaiste Verwandte Hadassa,welche wegen ihrer Schönheit Esther (der Abendstern) genanntworden sei, zu erziehen. Diese war berufen, für ihr dem Todegeweihtes Volk Rettung zu bringen. Von welcher Seite drohte ihmdiese Gefahr? Durch einen leichtsinnigen, wankelmüthigen, ver-schwenderischen, Schaustellung liebenden König, der nach Laune seineGünstlinge zu wählen Pflegte. Ahasverus, König von Medienund Persien, liebte es, glänzende Gelage zu veranstalten und zahl-reiche Gäste, Vornehme und Geringe, dazu einzuladen — ganz wieAntiochos Epiphanes. An einem dieser Gelage verlangte er, daßdie schöne Königin Waschti sich — der Sitte entgegen — denGästen zeigen und ihre Schönheit bewundern lassen sollte. Er wollteauch mit seinem Ehegespons Schaugepränge veranstalten. Da siesich deß weigerte, so verhängte er — auf Anrathen seiner ihmnahestehenden Räthe — den Tod über sie. Dann bereute er diesenSchritt und sehnte sich nach einer anderen Gemahlin. Seine Dienerriethen ihm — Ahasverus war so unselbstständig, daß er sich stetsvon Anderen Rath ertheilen lassen mußte — die schönsten Mädchenaus allen Provinzen seines Reiches nach seiner Hauptstadt Susakommen zu lassen und die schönste unter den Schönen sich zurjGemahlin zu erküren. Das that er, und ihn bezauberte die schönesJudäerin Esther mit ihren Reizen, ihrer Einfachheit, Bescheidenheit!und Demuth. Sie verschwieg indeß ihre judäische Abstammung^um nicht ungünstige Vorurtheile gegen sich zu erwecken — diesJudäer waren nicht sehr beliebt. Ihr Erzieher Mardochai, der ihrsdiese Verschwiegenheit über ihre Abstammung gerathen hatte,hielt sich stets in der Nähe des Palastes, um stets Nachricht vonseiner Lieblingspflegetochter zu haben. Bei dieser Gelegenheit ent-deckte er eine Verschwörung gegen das Leben des Königs Ahasverus!und zeigte sie der Esther an und diese dem König. Diese verdienst-!liche That für den König wurde zwar in das Erinnerungsbuch des)Hofes eingezeichnet, aber durch den Strom der Lustbarkeiten und)den Leichtsinn des Königs vergessen, um erst später in Erinnerung!zu kommen.
Mit diesem unüberlegten Leichtsinn beförderte Ahasverus eineusUnwürdigen zum Günstling, Ham an, einen späten Nachkomme^des amalekitischen Königs Agag, der einst von einem judäischeKönig bezwungen und hingerichtet, seinen Nachkommen Haß gegcH