328 Geschichte der Juden.
„Machtest uns wie Schlachtheerde,
„Verkauftest dein Volk ohne Werthtausch,„Machtest uns zur Schmach für unsre Nachbarn,
„Den ganzen Tag ist meine Schmach mir gegenwärtig,
„Vor der Stimme des Lästerers und Schmähers,„Vor den Feinden und Rachegierigen.
„Alles dieses hat uns betroffen,
„Und wir haben deinen Namen nicht vergessen,„Haben an deinem Bündnisse nicht untreu gehandelt.
„Vergäßen wir den Namen unseres Gottes,
„Und breiteten unsere Hände aus einem fremden Gotte,„Würde Gott dieses nicht erforschen?
„Denn er kennt die Herzensgeheimnisse.
„Vielmehr werden wir deinetwegen den ganzen Tag erschlagen,„Geachtet gleich Schlachtvieh.
„Erwache, warum schläfst du, o Herr?
„Warum verbirgst du dein Antlitz?
„Vergessest unser Elend und unser Drangsal?
„Denn gebeugt bis in den Staub ist unsere Seele,
„Es klebt an der Erde unser Leib.
„Stehe auf uns zur Hilfe
„Und erlöse uns um deiner Gnade willen!"^
Dieser herzdurchwühlende Psalm hat öfter in Zeiten der Gefahrin den Tempelräumen Widerhall gefunden.
Nicht lange dauerte diese Verstimmung, denn bald folgte aufdie Niederlage ein glänzender Sieg. Ein syrischer Feldherr Heronsuchte den Helden Juda und seine Schaar mit einem großen Heereim Gebirge auf, um sie mit der Ueberzahl der Krieger zu erdrücken.Verrätherische Hellenisten zogen mit ihm, um ihn bequeme Wegein den Bergen zu führen. Als die judäischen Kämpfer diese großeZahl bei der Steige von Bethoron, wo Heron das Lager auf-geschlagen hatte, zuerst erblickten, riefen sie aus: „Wie vermöchtenwir gegen diese Krieg zu führen?" Indessen beruhigte Juda ihreFurcht und erinnerte sie an die theurcn Güter, die sie zu ver-
y Ps. 44, vergl. Note 17.