Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
267
Einzelbild herunterladen
 

Antiochos des Großen Ende.

267

war, nach erlangtem Siege über die Römer und EinverleibungKleinasiens und Griechenlands auch Aegypten an sich zu reißen.Mer sein Leichtsinn und seine Unklugheit führten seine Demüthignngherbei. Die Römer brachten Antiochos bei Magnesia (SpätherbstIgO) eine so niederschmetternde Niederlage bei, daß er die Er-oberungen in Griechenland und einen Theil von Kleinasien an dieRömer abtreten, seine ganze Flotte ausliefern und jährlich15,000 Talente Kriegskosten innerhalb zwölf Jahren zahlen mußte.Zur Sicherung des Friedens und der Zahlung der Kriegsent-schädigung mußte er seinen zweiten Sohn, Antiochos Epiphanes,welcher ein blutiges Blatt in die Jahrbücher des judäischen Volkeseinsetzm sollte, als Geisel nach Rom senden. Verhängnißvoll warAntiochos' Ueberschätznng der eigenen Kraft für das seleucidischeReich. Leichte Erfolge nährten in ihm den Dünkel, daß er berufensei, ein zweiter Alexander zu werden, und ermuthigten ihn zu demMgniß, sich mit Rom messen zu wollen, gerade in der Zeit, alsdieses durch die Kämpfe mit Carthago und Hannibal Feldherren ersterGröße und unüberwindliche Heere stellen konnte. Um die Kriegs-eutschädungen leisten zu können, welche sie von den ihnen unter-worfenen Völkern nicht erpressen konnten, mußten die syrischenKönige sich auf Tempelraub verlegen, und dieser Angriff auf dieHeiligthümer machte sie verhaßt und stachelte auch die geduldigstenVölkerschaften zu Aufständen gegen sie. Antiochos, der sogenannteGroße, fand seinen Tod, in Folge eines versuchten Tempelraubes(187). Sein Sohn streckte ebenfalls seine Hand gegen Heiligthümeraus und. führte dadurch die Erhebung und Kräftigung des jü-dischen Volkes, sowie die eigene Demüthignng und die zunehmendeSchwächung des seleucidischen Reiches herbei.