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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
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260 Geschichte der Juden.

Und so oft der Freund etwas Ungebührliches von ihr verlangt,weist sie ihn sinnig ab:

Ehe der Tag sich abkühlt,

Ehe die Schatten sich neigen,

Begicb Dich hinweg,

Gleich dein Hirsche,

Oder der jungen Gazelle!

Als nun gar von ihr verlangt wird, ihren lieblichen Tanzsehen zu lassen, geräth sie in Entrüstung:

,,O, kehr um, Sulamit, kehre um,

Daß wir Dir zusehcn!

Wie schön sind Deine Füße in Schuhen, Tochter Aminadab's!

Die Schwingungen Deiner Hüften wie Ketten,

Das Werk eines Künstlers!

Was wollt ihr an Sulamit sehen,

Wie an einer Tänzerin der Chöre?""

So erwidert ihnen die streng züchtige Sulamit. Zu ihremFreunde, den ihre Seele liebt, spricht sie:

Ich wollte, Du wärst mir ein Bruder,

Der an der Brust meiner Mutter gesogen.

Fände ich Dich auf der Straße,

Und küßte Dich,

So würden sie mich nicht verachten.

Ich leitete Dich und führte DichIns Haus meiner Mutter,

Ins Gemach meiner Gebärerin,

Labte dich mit Würzwein,

Von dem Safte der Granaten."

Diese unnahbar keusche Jungfrau stellt der sinnige Dichterseinen Stammgenossen als Muster auf, aus ihrem süßen und lieb-lichen Munde läßt er den Töchtern Jnda's zurufen:

Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems,

Bei den Rehen oder den Gazellen des Feldes,

Warum wecket ihr, warum erreget ihr die Liebe,

Ehe sie verlangt"?

Mit der Blumensprache der zartesten Poesie weist der Dichterdes Hohenliedes auf die Schäden der Zeit, auf die oberflächlichesinnliche Liebe, welche für Geld gekauft wird und für Geld feil ist,auf die Unzüchtigkeit der öffentlichen Tänzerinnen und Sängerinnen,auf die Dirnen ohne Zahl, auf das verweichlichende städtische Leben,auf die entmuthigenden und entmannenden Tafelfreuden und Trink-