Die judäische Colonie in Alexandrien.
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tisch-maccdmischen Hof. Freie Bewegung und selbstständiges Auf-treten waren nicht mehr beschränkt als früher. Eher konnte es alsVerbesserung der Lage angesehen werden, das; die Zwischenämtervermindert waren. Die persischen Könige, die ihren Mittelpunktim Osten hatten, mußten die Westländer Satrapen überlassen, diewiederum über die einzelnen Länder ihres großen Verwaltnngsge-bietes Unterbeamte einsetztcn. Ptolemäns dagegen, weil Cölesyrienseinem Hauptlande nah lag, brauchte nicht so viel Zwischenbeamtefür diese Ländertheile. In Judäa war der Hohepriester, der fürdie Steuerleistnng verantwortlich war, zugleich als politisches Ober-haupt srrp-x/rc-r-;-,') angesehen; er versah nämlich das Landpflegeramt'),und war ein geistlicher Fürst (XI:r8vIllaoIr-XaAiä)2). Ptolemäns I.mit dem Beinamen der „Retter" (8otsr), war, wie bereits angegeben,von milder Gemüthsart und dem Nützlichen zugewendet. Die Jndäerzu bedrücken, hatte er weder Veranlassung, noch Vorwand. Dievon Alexander angelegte Seestadt Alexandrien, welche der ersteäghptisch-macedonische König zur Hauptstadt erhob, brauchte einestarke Bevölkerung, und es konnte ihm nur angenehm sein, wennauch Jndäer aus dem Nachbarlande sich da ansiedelten. Schonunter Alexander hatten sich, man weiß nicht wie viel, dort nieder-gelassen, und da dieser weitblickende Held vermöge seines Systemsallen Anzüglern gleiches macedonisches Recht verbürgt hatte, soerhielt auch die erste judäische Colonie in Alexandrien dieselbeGleichberechtigung ecrorro^tre/«) und fühlte sich in der neuen
Heimath wohl. Diese zog zumal während der Kriegsunrnhen durchAntigonos und Demetrios eine größere Anzahl aus Judäa nach,welche von Ptolemäns dieselbe Gleichstellung erhielt^). So entstandeine ägyptisch-jndüische Gemeinde, welche zu einer eigenen Be-stimmung berufen war. — Auch an anderen Orten bildeten sichjudäische Colonien. Ptolemäns, von der Anhänglichkeit der Juden
y Folgt ans Josephus, Mtcrthümer XII, 4, 2.
2 , Oester in Daniel rwu."? vom Hohenpriester gebraucht, vergl. Monats-schrift, Jahrg. 1871, S. 395 fg.
Josephus vnutra Xpionsm I, 22; II, 1; jüd. Krieg II, 18, 7. Altcrth.XII, 1, 1. In der Stelle e. X. II, 1 ist angegeben, cs seien nicht wenigeJudäcr nach Aegypten und Phönicien gezogen 07-- rl,,' 7-' aräa,,-. Das
kann nur bedeuten: wegen der Unruhen in Folge der Diadochenkriege, nicht, wieStark es erklärt, wegen der Feindschaft zwischen Jndäcrn und Samaritanern.