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Geschichte der Juden.
und führte sie nach Aegypten'). Auch Samaritaner brachte er zurselben Zeit als Gefangene dahin 2 , wahrscheinlich weil auch sie sichnicht freiwillig ergeben hatten.
Judäer wie Samaritaner hätten glücklich leben können, so weit dieMenschen es in damaligen harten, brutalen Zeiten sein konnten,wenn sie für die Dauer Unterthanen des Lagiden Ptolemäus' gebliebenwären. Denn er war der mildeste unter den damals kriegführendenNachfolgern Alexander's, wußte den Werth der Menschen zu schätzen iund fügte ihnen nicht mehr Schaden zu als sein Nutzen erforderte.Allein Ptolemäus hatte noch nicht die Berechtigung zum Besitzevon Cölesyrien. Die auf einander folgenden Reichsverweser, dienoch immer den Schein einer einheitlichen Gesammtregierung dar-stellten, hatten ihm den Erwerb der Länder nicht bestätigt, oder viel-mehr seine Freunde, die bundesgenössischen Feldherrn, gönnten ihmden Besitz nicht. Ganz besonders sann einer seiner bisherige»Bundesgenossen und Mitverschworenen, Antigonos, eine feurigeNatur, ein ebenso erfinderischer, wie heldeumüthiger Krieger, derselbst ein großes Reich hätte erobern und begründen können, ausdie Demüthigung seiner Freunde und auf die Vereinigung allerLänder des großen macedonischen Reiches in seiner starken Hand.Als dieser seinen ehrgeizigen Plan so offen trieb, daß seine ehe- "maligen Freunde, auf ihre Sicherheit bedacht, sich sämmtlich gegenihn verbanden, entbrannten von neuem mörderische Kämpfe, undCölesyrien ging für Ptolemäus verloren. Mehrere Jahre s315 bis312) durchstreifte Antigonos von Zeit zu Zeit die dazu gehörigenLänder, fällte Cedern und Cypressen vom Libanon, um eine Flottezu bauen, und vertheilte die von Ptolemäus in die Festungen amMittelmeere gelegten Besatzungen unter sein Heer. Er scheint inJudäa beliebt gewesen zu sein; denn einem zu seiner Zeit geborenenjudäischen Kinde, aus dem später ein berühmter Gesetzeslehrer sich
y Das Factum von der Einnahme Jerusalems durch Ptolem. I., dasJosephus (Alterth. XII, 1, 1 und contra Jpionom 1, 22) dem Agatharchidcsnachcrzählt, setzten Wesseling und Scaliger mit Recht in das Jahr 320 z. Z. ^als Ptol. zuerst Cölesyrien einuahm. Auch Eusebius' Chronicon reiht das Factumin dieses Jahr ein, Olymp. 115, 4. Da Agatharchides die Einnahme Jerusalems )der Sabbatstrengc zur Last legt, so müssen die Jerusalemer vorher Ptolem. denEinzug verweigert haben, wahrscheinlich weil Laomedon damals noch Statthaltervon Cölesyrien war.
h Josephus Alterth. a. a. O.