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Geschichte der Juden.
Heiligkeit und höherer Sittlichkeit. Es schwankte stets hin und herzwischen Anhänglichkeit am Eigenen und Buhlerei mit dem Fremden,und eine Folge dieser Schwankung war sein trübseliger Geschichtz-gang. Allerdings hatte seine Unwissenheit die Schuld an dmVerirrungen getragen. Das Volk im Großen kannte den Umfangseiner Pflichten nicht; die großen Propheten bis auf Jeremia hattenzu hoch und zu allgemein gesprochen und nicht ans bestimmte Gesetzehingewiesen, die erfüllt werden müßten. Esra's und Nehemia'sThätigkeit war rinn darauf gerichtet, dieser Unkenntniß ein Endezu machen. Das Volk, bei der großen Versammlung am vierund-zwanzigsten des siebenten Monats vollzählig und in allen Schichte»anwesend und durch vorangegangene Kundgebungen empfänglichgemacht, war dankbar für die empfangene Belehrung und wurdevon ganzem Herzen gelehrig; es empfand innige Freude darüber,daß es den Inhalt der Thora begriffen habe>), und übernahmwillig die anferlegten Pflichten.
Nehemia scheint absichtlich große Volksversammlungen veran-staltet zu haben, um einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden znerzielen. So ließ er zum zweiten Male das Volk zusammenbcrufen,um die Mauern, die durch seinen Eifer wieder hergestellt waren,einzuweihen. Auch dabei, wie bei der ersten Vorlesung aus demGesetzbuchs wurden Frauen und Kinder zugezogen 2). Da diese Feier-lichkeit eine freudige Stimmung erzeugen sollte, ließ er sämmtlicheLeviten von der Sängerabtheilung, auch die auf dem Lande ange-siedelt waren, zu diesem Zwecke nach Jerusalem kommen, um mitihrem Gesang und Saitenspiel die Herzen zu erfreuen. Er veran-staltete zwei große Gruppen, welche von einem Platze aus in entgegen-gesetzter Richtung die Mauern umzogen und >im Tempel zusammcn-trafen. Jedem Zug ging ein Chor von levitischen Sängern voran,welcher ein Lob- und Danklied auf das frohe Ereigniß sang, und jedemChor waren acht Leviten beigegeben, welche mit Harfen, Nablicnund Handbeckcn den Gesang begleiteten. Hinter dem einen Chorschritt Esra und hinter dem anderen Nehemia, die beiden Führerund Häupter des Gemeinwesens. Je sieben Priester stießen in diePosaunen. Jedem Zuge schlossen sich die Hälfte der Fürsten unddie Hälfte des Volkes, auch Weiber und Kinder an. So umzog
Nehemia 8, 12.
2) Das. 12, 13.