Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

144

Geschichte der Juden.

auszubessern; manche übernahmen zwei Theile. Von den Städte»,welche sich dabei betheiligt haben, werden Jericho, ThekoaGibeon, Mizpah, genannt. Ahroniden, Leviten und selbst dieTempelsklaven sblotbinim) trugen das Ihrige dazu bei, und gewisseInnungen, Salbenhändler, Goldarbeiter, Gewürzhändler, traten zu-sammen, um gemeinschaftlich Hand ans Werk zu legen und dieKosten zu tragen. Die Ausbesserung der Mauern war verhältnis-mäßig leicht. Die Steine, welche von der Zerstörung in Trümmer-haufen lagen, konnten dazu benutzt werden. Schwieriger war es,die Thore mit Flügelthüren, Riegeln und Klammern zu versehe».Sie mußten aus festen Bohlen gezimmert werden, und solchesdauerhafte Holz lieferten die Waldungen der judäischen Berge nicht.Es mußte erst auf dem Libanon gefällt und an Ort und Stelle ge-schafft Werdens, was selbstverständlich viel Zeit in Anspruch nahm.

Indessen, so leicht ging der Bau nicht von Statten. Die zurück-gestoßenen Proselyten, Sanballat und Tobija an der Spitze, denen

Die Art der Ausbesserung der Mauern ist ausführlich gegeben Neh. 3,1bis 32. Der Bericht ist aber lückenhaft, nicht blos wie Bcrthcau vcrmuthet hinterV. 7, wo das Ephraimthor erwähnt sein sollte, sondern auch an noch andere»Stellen. Gleich B. 1 zeigt eine Lücke. Hier heißt es: Eliaschib der HP. und seineVerwandten haben das Schafthor verfertigt: 'wrmin ivn'-vp nrn

NX 2 N Nun, statt innnmp, woraus die Ausll. einen Unsinn

gefolgert haben, als ob jedes Mauerstück geweiht worden wäre, muß man lesenwie B. 3 u. 6. Aber gleich darauf V. 1 b heißt es liniip) '.ni-npHier fehlt also der Name des Thorcs und derer, welche esverfertigt und eingesetzt haben, denn das Verbum rmp bezieht sich nur auf dieThorflügel, nicht auf die Mauer. V. 26 fehlt bei Erwähnung der blstbioi»!,welchen Theil sie gebaut haben, nämlich i-snn ip-ann rmn.

V. 20 ist ninn eine Dittographie für p^nn, da in dem älteren Schriftcharakteri und ähnlich waren. Die Emendation der auch Bertheau das Wort

redet, ist abgeschmackt. Bei genauer Betrachtung des Berichtes merkt man,daß auf die Anfertigung der Thore ein größeres Gewicht gelegt wird, alsauf die der Mauern (V. 1, 3, 6,13,14,15). Das kommt daher, weil es nichtleicht war, festes Holz dafür zu beschaffen; die Berge Juda's liefern solchesHolz keineswegs. Das ist Bertheau entgangen. Neh. 2, 8 ist deutlich genug an-gegeben, daß Nehemia eine Weisung an einen persischen Beamten mitgebrachthat, ihm Holz für die Thore der Stadt und andere Baulichkeiten zu liefern.Auch hier ist derselbe Ausdruck gebraucht: nx Darunter kann

nur Holz vom Libanon verstanden sein chergl. o. S. 142). Um dieses ausdem Meereswege nach Jerusalem zu schaffen, dazu bedurfte es viel Zeit. DieVorbereitungen zur Befestigung der Mauern und besonders der Thore habenalso viel Zeit in Anspruch genommen.