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Geschichte der Juden.
bis zum zehnten Gcschlechte ausdrücklich vom Gesetze verpönt'). TieVertreter dcs -judäischen Gemeinwesens, der Hohepriester und Andere,da sie doch nicht geradezu das Gesetz haben übertreten wollen, müssenalso ihr Gewissen durch irgend welche milde Auslegung desselbenbeschwichtigt haben. Bedenklich war aber noch ein anderer Umstand.In Folge der Mischehen lernten die daraus geborenen Kinder vonden fremden Müttern deren Sprache und verlernten das Hebräisches,welches in dem neuen Gemeinwesen als heilige Sprache galt, weildas hochverehrte Gesetz in dieser Sprache , abgefaßt ist und diePropheten sich ihrer bedient hatten. Die Mundart der Nachbar-völker war eine getrübte Mischsprache, aus aramäischen und ander-weitigen, auch chnthäischen Elementen zusammengesetzt, die hebräischeSprache dagegen, obwohl auch sie aus dem babylonischen Exil undder Umgebung fremde Bestandtheile entlehnt hatte, hatte doch ihrursprüngliches Gepräge bewahrt und sich nur durch Aufnahmefremder Elemente erweitert und bereichert. Die Vertreter des Ge-meinwesens hatten also die Sprachreinheit preisgegcben, um denFrieden mit ihrer Umgebung zu erhalten. Allein so gefügig warennicht Alle. Ein Bruchtheil der edelsten Geschlechter hatte sich reinvon dieser Vermischung erhalten und beklagte diese als Gesetzesüber-tretung und Trübung des jndäischen Wesens durch die Verschmelzungmit wildfremden Elementen. Ganz besonders scheint sich die Klasseder Sänger, die Pfleger und Erhalter der hebräischen Sprache unddes alten, hochverehrten Schriftthums, von Mischehen fern gehaltenzu Habens. Sie mögen ihre Stimme gegen diese allzugroße Nach-
y Deuteronomium 23, 4. Auf dieses Verbot beruft sich Esra 9, 13 undNeh. 13,1—2. Die Uebertretuug dieses Gesetzes hat also am meisten Anstoßerregt. Daher wird besonders angeführt, daß auch mit Moabitern und Ammo-nitern Ehen eingegangen worden sind, das. 13, 23.
2) Neh. 13, 24. Die aschdoditische Sprache braucht durchaus nicht, nachHitzig's Phantasie, indogermanisch gewesen zu sein; sie scheint vielmehr ganzbesonders barbarisch gewesen zu sein, nach Zacharia 9, 6 und Deuteron. 23, 3darum wird sie in Neh., weil sie besonders entartet war, besonders
genannt.
S) Esra 10, 24 wird von der Sängcrklasse nur ein Einziger snach L?.ra-4,poe. zwei) aufgcführt, der eine Mischehe eingegangen, während von sämmt-lichcn 4 Ahronidenklasscn, ferner von den Leviten xnr kLo/'?', d. h. den Litnr-gisten, und den Thorwärtern mehrere anfgezählt werden. Die Klasse der--—.—2 hat sich also von den Mischehen fern gehalten. Esra 9,1 wird erzählt,daß sofort nach Esra's Ankunft sich „die Fürsten," über die cingerissenen