Annäherung an die Nachbarvölker.
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Frechheit i). Die Lage der Judäer in der Heimath, welche die Rück-kehrenden mit geschwellten Hoffnungen betreten hatten, verschlimmertesich in der zweiten und dritten Generation von Tag zu Tag mehr.
Um wenigstens von der einen Seite die Plackereien los zu werden,thaten die vornehmen Geschlechter einen Schritt, .der in der Folge-zeit arge Verwickelungen herbeigeführt hat. Sie näherten sich denNachbarvölkern oder nahmen deren Entgegenkommen zu freundnach-barlichem Verhalten versöhnlich auf und, um Bürgschaft für die gutenBeziehungen zu haben, verschwägerten sie sich mit ihnen. Wie inder Zeit der ersten Einwanderung der Israeliten in's Land Kanaan,im Beginn der Richterzeit, das Bedürfniß nach friedlichem Verkehrmit den Nachbarn zu Mischehen geführt hat2), so hat nach derzweiten Einwanderung dasselbe Bedürfniß zu demselben Schritt ge-drängt. Aber die Zeiten waren doch nicht dieselben, die Verhältnisselagen jetzt anders. Die Kanaaniter, Chithiter und die übrigen Ur-bewohner des Landes huldigten einem abscheulichen Götzendiensteund steckten mit ihren lasterhaften Gewohnheiten die Israeliten an.Dagegen hatten die Nachbarn des judäischen Gemeinwesens, besondersdie Samaritaner, ihre götzendienerischen Gewohnheiten aufgegebenund sehnten sich ernstlich und aufrichtig, an dem Gottesdienste inJerusalem theilzunehmenb). Sie waren eigentlich judäische Prose-lhten oder wollten es sein, und wünschten in die religiöse Lebens-gemeinschaft der Judäer einzutreten, oder sich dem judäischen Weseneng anzuschließen. Sollten sie noch immer starr und mürrisch ab-gewiesen werden? Die meisten vornehmen judäischen Geschlechterwaren entschieden dafür, die Fremden in den Verband aufzunehmen,und der damalige Hohepriester, entweder Jojakim oder sein SohnEljaschib, war damit einverstanden oder war dafür mit dem Ge-wichte seiner Würde eingetreten. Wahrscheinlich ist darüber eineförmliche Berathung der Volkshäupter vorangegangen und ein Be-schluß nach der Mehrzahl der Berathenden gefaßt worden. In
p Nch. 5, 16.' Ucbrigens muß das. statt ^NX nach VulKuta ..guotictiw'gelesen werden nnx L'S, wie das. V. 18. Die Usobaü's ließen sich täglichfür Brod und Wein 40 Sekel zahlen, das wäre allerdings nicht viel, etwa100 Mark. Vielleicht fehlt das Wort nx^ vor
2> Bergl. Bd. I, S. 100.
3f Aus Neh. 2, 20 folgt, daß die Nachbarvölker Antheil an Jerusalemund dem Tempel zu haben wünschten. Vergl. weiter unten.