Die Propheten Chaggai und Zacharia.
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Zacharia sprach zwar auch ermunternde Worte für die Wieder-aufnahme des Baues, aber drang mehr auf Veredlung der Ge-sinnung. In der ersten Rede, die er zwei Monate nach Chaggar's
Auftreten gehalten hat, führte er das Geschick der Väter auf, wie
diese lange Zeit hindurch taub gegen die Ermahnungen der älternPropheten waren, bis die herbe Erfahrung der Zerstörung undder Verbannung sie zu dem Geständnisse gebracht hat, daß sie mitRecht gezüchtigt worden sind. Das jüngere Geschlecht möge nichtin denselben Ungehorsam und dieselbe Verkehrtheit verfallen Z. Alsendlich einen Monat später (24. kvislsrv, Ende 520) der Grundbandes Tempels weiter geführt und Stein auf Stein gelegt wurde,verkündete Chaggai, daß von diesem Tage an der Fluch von derGemeinde gebannt sei, und Segen dafür eintreten werde 2). Mit
auffallender Absichtlichkeit hielt Chaggai an demselben Tage eine An-rede an Serubabel: Eine große Umwälzung werde eintreten, ver-kündete er darin, die Throne der Könige werden nmgestürzt, dieStärke der Reiche der Völker vernichtet werden, und die Kriegerwerden gegen einander kämpfen. „An dem Tage werde ich dich,Serubabel, als meinen Knecht nehmen und dich wie einen Siegel-ring machen, denn dich habe ich auserkoren Er wollte ihm da-mit die Königswürde und den davidischen Glanz andeuten.
Indessen mußte das Volk über die Armseligkeit der Gegenwarthinweggehoben werden, wenn die Neugestaltung sich erhalten undfortentwickeln sollte. Von dem Glanze und dem sittlichen Aufschwung,welchen die Propheten für die Zeit der Rückkehr verheißen hatten,war keine Spur eingetreteu. Der „Gesalbte Gottes" (Messias),welcher die Herrlichkeit für Israel bringen und begründen sollte,den der vielgelesene Prophet Jeremia unter dem Namen „Zemach"angekündigt hatteZ, ließ sich nicht blicken. Der Nachkomme undTräger des davidischen Königshauses Serubabel war ein Knecht despersischen Hofes und mußte jeden seiner Schritte abmessen, um nicht
p Zacharia 4, 1—6.
2> Chaggai 2,10—19. Aus den Worten Vers 15 nrn v'wn fs und
Vers 18 'n nvw . . . nun geht hervor, daß erst an
diesem Tage, am 24. des 9. Monats, der Grundbau fortgesetzt wurde. Vers 1,14d spricht lediglich von nvxi- 2 , d. h. von Vorbereitungen zum Grundbau.
Das. 2, 20-23.
4) Jeremia 23, 5; 33, 15.