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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 2 (1876) Vom babylonischen Exile (586) bis zum Tode des Juda Makkabi (160)
Entstehung
Seite
30
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ZO

Geschichte der Juden.

Künstlerisch und drastisch schildert der Dichter des Spruchein-ganges die Versührnngskunst der Ehebrecherin.

„Durch die Fensteröffnung meines Hauses

„Durch das Luftloch blickte ich hinaus

„Und sieh da! unter den Einfältigen bemerkte ich,

„Unter den Jünglingen einen Unverständigen„Schreitend auf dem Marktplatz neben ihrem Erker„Und den Weg zu ihrem Hause gehend.

„In der Dämmerung beim Sinken des Tages„In einer schwarzen, dunkeln Nacht,

„Sich da! ein Weib kam ihm entgegen,

„Im Anzug der Buhlerin und Herzcnsräuberin.

„Stürmisch ist sie und unbändig,

„In ihrem Haufe weilen ihre Füße nicht,

„Bald auf der Landstraße, bald auf weiten Plätzen,

„Und an jeder Ecke lauert sie.

„Da erfaßte sie ihn und küßte ihn,

„Und frechen Antlitzes sprach sie:

„„Opfer lag mir ob,

„„Heute habe ich mein Gelübde gelöst,

„„Darum ging ich dir entgegen,

„„Dein Angesicht zu suchen und habe dich gefunden!

„„Mit Polstern habe ich überlegt mein Bett,

„„Mit Teppichen ägyptischen Linnens,

„„Habe durchduftet mein Lager„„Mit Myrrhe, Aloe und Zimmet.

„„Komm', wir wollen der Liebe Pflegen,

„„Bis zum Morgen wollen wir uns am Kosen ergötzen.

„„Denn der Mann ist nicht zu Hause,

„„Er ging auf Reisen in die Ferne,

„„Den Geldbeutel hat er in seine Hand genommen,

„„Am Tage des Vollmondes wird er in sein Haus zurückkehren."

„Sie verführt ihn durch ihre sprudelnde Rede,

„Durch die Glätte ihrer Sprache verleitet sie ihn.

„Er geht ihr bald nach,

„Wie der Stier zur Schlachtbank geht"!).

Dieser Spruchdichter rügt zwar auch andere Laster, die Gleiß-nerei, die Tücke, den Hochmuth, die Lüge^). Doch am meisten lagcs ihm am Herzen, vor Unkeuschheit, Ehebruch und schönen Sündenzu warnen. Dichterisch gelungen ist die Wendung, wie er zuletztdie Weisheit der Thorheit gegenüber stellt.

Das. 7, 4 fg.2) Das. 6, 12 fg.