Jeremia's Jünger Baruch.
13
welcher später die Stadt Susa zur Residenz erhoben wurde, hattensich, wie es scheint, Israeliten von den Zehnstümmen, besondersvon Ephraim und Manasse, angesiedelt, und diese waren dadurchden Jndäern im babylonischen Exile bedeutend näher gerückt*). Alsoauch nach dieser Seite hatten sich die Worte der Propheten, daßIsrael mit Juda wieder in Brudergemeinschaft treten werde, erfüllt.Diese Erfüllung flößte denen, welche nicht abgestumpft und verblendetwaren, Vertrauen auf die Unvergänglichkeit der Nachkommen Abra-ham's ein. Diejenigen, welche lesekundig waren, nahmen daherdas gerettete Schriftthum zur Hand und vertieften sich darin, umsich daraus zu belehren und Trost zu schöpfen 2 ). Ganz besonderswurden Jeremia's Reden und Verkündigungen vielfach gelesen; derweiche, elegische Ton, der daraus herausklingt, Paßte zu der Stim-mung der in der Verbannung Lebenden. Jeremia's Blätter, welchewahrscheinlich sein Jünger Baruch aus Aegypten nach Babyloniengebracht hatte, wurden ein Volksbuch für dieselben 3). Was das
p Daß sich unter den zurückgekehrten Exulanten auch Israeliten von denZehnstämmen befunden, die aus den assyrischen Provinzen sich nach Babyloniengeflüchtet hatten, dürfte auch ohne Beleg vorausgesetzt werden. Das Factum läßtsich aber auch belegen. Chronik l, 9, 3 heißt es: rmirm
v"msx MI f-ai Diese Partie gehört der nachexili-
schen Zeit an und ist parallel erhalten Nehem. 11, 4 fg. (vcrgl. Note 15). Inder Parall. fehlt indeß dieser Passus; beide sind von einem und demselben Re-dakteur eingcfügt. Daß es in der Exilszeit neben den niini auch i-x^w'' ::gegeben und ihr Dasein den Propheten bekannt war, folgt unzweideutig aus demderselben Zeit angehörigen Stücke, Jercmia 50, 4. 20; 51, 5. Noch ein anderesMoment kann dafür angeführt werden. Aus Jcsaia 10, 11 geht hervor, daßisraelitische Exulanten in Elam (Elymais) waren. Höchst wahrscheinlich sind dieseunter den und mix Li-m- im Verzeichnis; zu verstehen. Denn
daß sie von dem obskuren Bcnjaminiten vi-M' (Chronik 1,8,23) abstammcn sollten,wie Bertheau z. St. vermuthet, ist doch gar zu unwahrscheinlich. Hätte dieser Elameine zahlreiche und notorische Familie gebildet, so hätte der Chronist nicht verfehlt,sie neben den pw- mv '-rr:x und anderen als ü'rm' 1 :- aufzuführen.Dazu kommt noch die Aufzählung der inx Ll-m- ^> 2 , d.h., noch eine andereclamitische Familie. Dieser B. muß durchaus intakt gelassen werden, weiler in Nehemia 7, 34 wiederholt ist. Bertheau bezweifelt ihn mit Unrecht (zuEsra), weil er in Lm-a gr. fehlt; das. fehlen überhaupt Verse, die im hcbr. Textstehen.
2) Daß in der Exilszeit die prophetischen Schriften viel gelesen wurden,
folgt ans Jesaia 34, 16: ix^pi 'N iwnv.
3) Folgt daraus, daß in der alten Sammlung das Buch Jercmia den An-fang der Propheten bildete (Talmud Lada Latra 14 b: L^x"M 2 i-w f-mv