beugsam er als Tribun war, so war doch muthwilligsGrausamkeit nie sein Fehler. Die Klage, welche deredle Petrarka über ihn führte, war wirklich die, daßer nicht entschlossen genug gewesen, daß er die Re-volution nicht dadurch vollendet habe, daß er diepatricischcn Tyrannen vertilgte. Als Senator wurdeer aus Veranlassung der gerechten und nothwendigcnHinrichtung Montrcal's* ohne hinreichenden Grunddes Geizes angeklagt. Es war sehr natürlich, daßseine Feinde und der Pöbel glaubten, er lasse einenGläubiger hiurichten, um sich einer Schuld zu ent-ledigen; aber von spätere», einsichtsvolleren undtüchtigeren Schriftstellern war es unverzeihlich, einssolche Verleumdung zu wiederholen, ohne wenigstensdie naheliegende Bemerkung beizufügen, daß die Hab-sucht Rienzi'S weit leichter durch die Schonung, alsdurch die Hinrichtung eines der reichsten MännerEuropa's hätte befriedigt werden können. Montreal,dessen dürfen wir sicher sein, hätte sein Leben um eineunvergleichlich größere Summe, als das Wenige er-kauft, was seine Brüder Nicnzi vorgcstreckt hatten.
' Gibbon unterläßt, wo er der Hinrichtung Montreal'»erwähnt, anzuführen, daß Montreal der Verschwörungund des VerratheS zum Behufe der Wiedereinsetzung derColonna mehr als nur verdächtig war. Mattheo Vellaniführt es als allgemeine Annahme an, daß dies wirklichdas Verbrechen de» Provenzalen gewesen. Der BiographRienzi'S liefert weitere Beweise für die Thatsache. Gib-bon's Kcnntniß von dieser Zeit war oberflächlich. Al» Bei-spiel hicfür schildert er sonderbarer Weise Montreal als da»Haupt der ersten sireicompagnie, welche Italien verheerte;diesen Jrrthum entlehnte er von dem Pater du Ccrccau.