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Thränen aus dem erhabensten Grunde der Bewegung— Thränen, wie sie einem Krieger ziemen, wennihn seine eigenen Truppen verlassen — einem Pa-trioten, wenn seine Landsleute in ihr eigenes Ver-derben rennen — einem Vater, wenn seine Kindersich gegen seine Liebe empören — solche Thränendrängten sich gewaltsam aus feinen Augen und er-leichterten — aber sie veränderten auch sein Herz.
„Genug, genug," sagte er, indem er aufstand undverächtlich die Tropfen abschüttcltc; „ich habe genugauf das Spiel gesetzt, gewagt, mich abgcmüht fürdieses feige, entartete Geschlecht. Ich will ihre Bos-heit noch versöhnen — ich verzichte auf den Gedanken,dessen sic so wenig würdig sind! Mag Nom unter-gehen! — Ich fühle endlich, das? ich edler bin, alsmein Vaterland! — es verdient kein so großes Opfer!"
Mit diesem Gefühle verlor der Tod ganz die edleGestalt, unter welcher er ihm zuvor erschien, und erbeschloß, seinen undankbaren Feinden zum Hohne,trotzend ihrer unmenschlichen Wulh, einen Versuchzu der Rettung seines Lebens zu machen! Er legteseine schimmernden Waffen ab; seine Gewandtheit,seine Geschicklichkeit, seine Schlauheit kehrten ihmzurück. Sein schneller Geist durchflog die Möglich-keiten der Verkleidung — des Entrinnens; er verließden Saal — ging durch die geringeren, de» Dienernund dem Gesinde angewiesenen Zimmer — fand ineinem derselben eine grobe Handwerkcrkleidung —legte dieselbe an — nahm einen Theil der Vorhängeund Teppiche des Palastes auf den Kopf, wie wenn