Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
402
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bene Stirne und das im Dienste dieser tollen Mengevor der Zeit grau gewordene Haar. Blaß und nus-recht stand er da — weder Furcht, noch Zorn, nochDrohung — nur tiefen Kummer und hohe Entschlos-senheit in seinen Züge»! Eine augenbiicklichc Scham— eine augenblickliche Scheu ergriff die Menge.

Er deutete ans das mit dem Motto der Republikund dem Wappen Roms durchwirkte Banner undbegann also: „Auch ich bin Römer und Bürger,hört mich!"

„Hört ihn nicht! hört ihn nicht! seine falscheZunge kann unseren Verstand Hinwegzaubern!" schrieeine Stimme noch lauter als die seinige, und Nienzierkannte Cecco del Vecchio.

„Hört ihn nicht! nieder mit dem Tyrannen!"rief eine mehr schrille und jugendliche Stimme, undneben dem Handwerker stand Angelo Villani.

„Hört ihn nicht! Tod dem Todtschläger!" schrieeine Stimme ganz nahe, und aus dem Gitter desanstoßende» Gefängnisses stierte ihn, wie das Augeeines Tigers, der rachedürstende Blick von MontrealsBruder a».

Dann tönte von der Erde bis zu dem Himmeldas Gebrüll: „Nieder mit dem Tyrannen — niedermit Ihm, der das Volk besteuerte!"

Ein Hagel von Steine» prasselte auf den Har-nisch des Senators — noch wankte er nicht. KeineBewegung einer Muskel verrieth Furcht. Die Ucber-zcugung von der wundervollen Macht seiner Bered-samkeit, wenn er nur angehört wurde, flößte ihm