Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
401
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vor beinahe acht Zähren getragen, als er die Baronevon den Thoren Roms verjagte. Er hüllte sich inden Panzer nnd ließ das Haupt unbedeckt, in seineRechte nahm er dann von der Wand das große Ban-ner Noms nnd ging wieder in den Saal zurück. Nie-mand begegnete ihm. In dem ungeheuren Gebäudewar, die Gefangenen und ein treues Herz ausgenom-men, von dessen Nähe er nichts wußte — der Se-nator allein.

Heran kamen sie, nicht mehr in geregelter Ord-nung, wie Strom auf Strom — ans Gaffen, ausStraßen, aus Palästen und Hütten — die wüthendeSee neue Zuflüsse erhielt. Hera» kamen sie — derenLeidenschaften durch die große Zahl noch gesteigertwurden — Weiber und Männer, Kinder und bos-hafte Alte — in all dem schrecklichen Ungestüm auf-gereizter, losgelaffener, ungehemmter physischer StärkeUnd viehischer Wuth: „Tod dem Verräther — Toddem Tyrannen — Tod Ihm, der das Volk besteuerthat! — Unrs 'I trsckitore oke Im kutts Is Asbells,!— Rors!" Dies war das Geschrei des Volkes —dies das Verbrechen des Senators! Sie brachen überdie niederen Pallisaden des Capitols herein — ineinem plötzlichen ungestümen Anlaufe füllten sie denweiten Raum, der — vor einem Augenblicke noch soleer — jetzt von menschlichen Wesen wimmelte, dienach Blut dürsteten!

Plötzlich entstand ein tödtliches Schweigen, undauf dem Balkon oben stand Rienzi — sein Hauptwar entblößt und die Morgcnsonne beschien die erha-