Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
389
Einzelbild herunterladen
 

389

heute nicht der siebente Oktober? Ja! am siebenten,wohlbemcrkt, unterlagen meine Feinde meiner Macht!Sieben! meine Schicksalszahl, die entweder Gutesoder Böses bedeutet! Sieben Monate regierte ich alsTribun — sieben * Jahre war ich als Verbannterabwesend; der morgende Tag, der mich ohne alleFeinde sieht, schließt die siebente Woche meiner Rück-kehr!"

„Und sieben war auch die Zahl der Kronen, womitdie römischen Klöster und der römische Nath Dichnach der Ceremonie beschenkten, welche Dich mit derWürde deS Santo Spirito bekleidete!""* sagte Ninaund fügte dadurch mit weiblich zartem Witze die aller-glänzendste Erinnerung hinzu!

„Anderen erscheinen solche Gedanken Narrheiten,und vor der Philosophie sind sie dies auch in derThat," sagte Rienzi; „aber mein ganzes Leben langhaben sich Vorbedeutungen, Zeichen und Vorbilder

* Ein Jahr verstrich zwischen der sireilassung Rienzsisin Avignon und seinem Triumpbeinzugc in Rom, ein Jahr,das hauptsächlich dcrFeldzug von Aidornvz ausfüllte.

" Dieser Aberglaube fand eine Entschuldigung in einemseltsamen bistorischeu Zusammentreffen, und die Zahl siebenwar in der That für Rienzi, was für Eromwcll der dritteSeptember. Die Ceremonie mit den sieben Kronen, die ernach seiner Ritterwürbe empfing und hinsichtlich deren Be-schaffenheit viele neuere Schriftsteller eine lach rliche Un-wissenheit au den Tag legten, war in Wirklichkeit haupt-sächlich eine religiöse und sinnbildliche Begebung (die sinn-bildlich die Gaben des heiligen Geistes darstelltet, dargcbrachtvon den Vorstehern der Klöster — und der politische Theilder Ceremonie war republikanisch, nicht königlich.