Ehrgeiz Montreal's zu »errathcn für gut fand? Warer nicht vor wenigen Monaten der rechte Arm Jo-hann di Vico's, und verkaufte er dann nicht seineDienste an den Feind Johann di Vico's, den Car-dinal Albornoz? Diese Krieger verhandeln die Men-schen wie das Vieh."
„Du schilderst Montreal richtig; ein gefährlicher,schrecklicher Mann. Aber mich dünkt, seine Brüdersind von schläfrigerer, mehr untergeordneter Gemüths-art; sie wagen die Verbrechen des Nänbcrhauptmannsnicht. Wie dem nun sei, Angelo, Du hast eine Saiteberührt, welche heute Nacht meinen Schlummer störenwird. Guter Junge, Deine jungen Augen bedürfenSchlaf; begib Dich zur Ruhe, und wenn Du dieLeute Nicnzi beneiden hörst, so denke, daß — —"
„Gott den Genius nicht geschaffen hat, daß manihn beneide!" unterbrach ihn Villani mit einem Un-gestüm, das seine Ehrerbietung überstieg. „Wir be-neiden nicht die Sonne, sondern eher die Thäler, dieunter ihren Strahlen reifen."
„Wahrhaftig, wenn ich die Sonne bin," sagteRienzi mit einem bittern, melancholischen Lächeln,„so sehne ich mich nach der Nacht, — und kommenwird sic für den irdischen, wie für den himmlischenPilger! — Dank sei dem Himmel wenigstens, daßunser Ehrgeiz uns nicht unsterblich machen kann!"