Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
299
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mehr sah. „Nur Fürsten und Barone haben dasRecht, sich eines Heroldes zu bedienen. Und hätteman mir meinen Willen gelaffen, ich hätte dem Usur-pator den Kopf des Elenden zurückgeschickt."

„Was thatet Ihr denn?" fragte Adrian kalt.

„Wir ließen durch unser» Schweinhirten den Bu-ben in die Gosse tauchen und gaben ihm ein Nacht-quartier in dem Gefängnisse, um sich zu trocknen."

„Und diesen Morgen — hi, hi, hi!" setzte derSavelli hinzu, „ließen wir ihn vor uns kommen und ihmseine Zähne einen nach dem andern auSzieben — ichwollte, Ihr hättet ihn um Gnade murmeln hören!"

Adrian erhob sich hastig und schlug seinen Panzer-Handschuh heftig auf den Tisch.

„Stephanello Colonna," sagte er, in edler Entrü-stung erröthend, „antwortet mir: wagtet Ihr es,den Namen, den wir Beide führen, mit diesem un-auslöschlichen Makel zu beflecken? Sagt mir wenigstens,daß Ihr Euch diesem schändlichen Verrath an allenGesetzen der Civilisation und der Ehre widcrsetztet.Ihr antwortet nicht. Haus Colonna, kann dieserDein Vertreter sein!"

„Mir diese Worte!" sagte Stephanello, vor Wnthzitternd. „Nimm Dich in Acht. Ich glaube, Dubist der Verräther, verbündet vielleicht mit jenemschurkenhaften Pöbel. Ich erinnere mich wol>l, wieDu, der Verlobte der Schwester des Demagogen,Dich früher nicht meinem Oheim und meinem Vateranschlvssest, sondern ehrlos die Stadt ihrem plebeji-schen Tyrannen überließest.