Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
264
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„Ihr mißversteht mich," sagte er, „und cS wirdZeit für Euch sei», den Brutus zu spielen, wenn ichmir die Rolle CäsarS anmaße. Inzwischen sind wirnur Wirth und Gast. Sprechen wir von etwas An-derem."

Nichtsdestoweniger kühlte diese letztere Besprechungdie beiden Ritter für die kurze Zeit ab, welche sienoch beisammen waren, und sie schieden mit einerFörmlichkeit, welche schlecht zu der freundschaftliche»Unterredung am Abende zuvor paßte. Montreal fühlte,daß er sich unvorsichtigerweise entdeckt habe, aberVorsicht lag nicht in seinem Charakter, wenn er sichan der Spitze eines HeereS und vom Glück begün-stigt wußte; und in eben diesem Augenblicke vertrauteer so fest auf das Gelingen seiner kühnsten Plane,daß er sich wenig darum kümmerte, wen er beleidigteoder beunruhigte.

Langsam machte sich Adrian mit seiner seltsamen,wilden Begleitung auf den Weg. Er zog sich vonder Ebene aus eine steile Anhöhe hinauf — und alser oben angekomme» war, zeigte ihm die Straßen-bicgung das ganze, auf dem Marsche begriffene Heer— die wehenden Fahnen — die in der Sonne blitzendenRüstungen, Linie hinter Linie, wie ein Strom vonStahl, und die ganze Ebene, auf welcher sich dieKriegsmacht hinbewegte — während der feierliche Trittvon Tausenden Bewaffneter bisweilen von jauchzender,kriegerischer Musik übertäubt und erstickt wurde. Al»sie so dahinzogen, endeckte Adrian endlich die statt-liche, über die Anderen hervorragende Gestalt Mont-