auf seinen Wangen bemerkte man an ihm kein äußer-liches Zeichen von Freude oder Gcmüthsbewegung.Blumen flogen von allen Balkonen auf seinen Pfad,und als er auf einen freieren Platz kam, wo derBoden etwas erhöht war, und er von den Häusernumher besser gesehen werden konnte, stand er stille— entblößte sein Haupt und dankte für die ihm dar-gebrachte Huldigung mit einem Blicke — einer Ge-Lerde — unvergeßlich Jedem, der cs sah. Sogar derfröhliche, gedankenlose Hof erinnerte sich daran, alsdie letzte Nachricht von Nienzi'S Lebe» zu seinen Ohrenkam. Und Angelo, der sich an dem Nacken des Krie-gers festhielt, erinnerte sich — doch wir dürfen nichtvorgreifen.
Aber nicht in den finsteren Thurm kehrte Rienzizurück. In dem Palastc des Cardinals Albornoz wurdeihm eine Wohnung eingerichtet. Am folgende» Tagewurde er bei dem Papste vorgelassen, und am Abendedieses Tages rief man ihn als Senator von Nom aus.
Unterdessen hatte der Krieger Angelo wieder aufden Boden gestellt, und als der Page nicht höfischeDanksagungen stammelte, unterbrach er ihn in traurigfreundlichem Tone, der den Pagen heftig ergriff, sowenig paßte er zu dem rauhen, gemeinen Aeußern desMannes.
„Wir scheiden," sagte er, „als Fremde, hübscherJunge, und da Du sagst, Du seiest ein Römer, soist kein Grund vorhanden, warum mein Herz sich sofür Dich erwärmt, wie es geschehen; wenn Du aberje eines Freundes bedarfst — so suche ihn" — und