Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
167
Einzelbild herunterladen
 

1K7

der Signora eine klügere Politik liege, als er offengestehen wollte. Endlich erhob er die Hand von derBrust, heftete seine Augen auf das aufmerksame Ant-litz der Signora und sagte mit einem erzwungenenLächeln: „Verzeiht mir, Madame, aber währendwir die Politiker spielen, vergessen wir nicht, daßich Euer Anbeter bin! Scharfsinnig mögen EureRathschläge sein, aber warum legt Ihr solchen Nach-druck darauf? Woher diese ängstliche Theilnahme anRienzi? Wenn durch seine Freilassung die Kircheauch einen Verbündeten gewinnt, bin ich sicher, daßGileS von Albornoz kein Nebenbuhler in ihm er-steht?»

„Mein Herr,» sagte die Signora, sich halb er-hebend, „Ihr seid mein Anbeter; aber Eure Stel-lung führt mich nicht in Versuchung — Euer Goldkann mich nicht erkaufen. Wenn ihr mich liebt, sohabe ich ein Recht, über Eure Dienste zu gebieten,zu welchem Zwecke ich ihrer bedarf — dies ist dasGesetz des Ritterthums, Wenn ich je den Bewer-bungen eines sterblichen Liebhabers Gehör gebe, somuß es der Mann sei», der meinem Vaterlande sei-nen Helden, seinen Retter wieder gibt,"

„Schöne Patriotin,» sagte der Eardinal, „EureWorte ermuthigen meine Hoffnung, aber sie ent-kräften meinen Ehrgeiz; denn gerne möchte ich, daßLiebe, nicht Dienste, mir allein den Schatz verschaffte,nach welchem ich verlange. Aber hört mich, lieb-liche Dame, Ihr überschätzt meine Macht: ich kannMieiiji nicht befreie» — er ist als Aufrührer ange-