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2 (1854)
Entstehung
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Petrus die Ueppigkeit, die Pracht und die Laster derKaiserstadt verpflanzt hatten. Sicher vor dem Trug,oder der Gewaltthätigkeit eines mächtigen und barba-rischen Adels, überließen sich die Höflinge des heiligenStuhles einem Festtage des Vergnügens — ihre Ruhewar dem Genuß geweiht, und Avignon hatte zu jenerZeit vielleicht die heiterste und wollüstigste Gesellschaftin Europa aufzuweisen. Die Prachtliebe von Cle-mens VI. hatte einen Schein von gelehrter Verfei-nerung über die sinnlichen Genüsse des Ortes ver-breitet, und der Geist Pctrarka'S bahnte sich nochimmer seinen Weg durch die Jntriguen der Parteienund die Orgien der Ausschweifung.

Jnnocenz VI. war kürzlich auf Clemens gefolgt,«nd welcher Art auch seine eigenen Ansprüche aufGelehrsamkeit* sein mögen, schätzte er doch wenig-stens Kenntnisse und Geist an Anderen, so daß dieanmnthige Pedanterie sich mit dem Streben nachVergnügen vereinte. Die Verderbniß, die an demganzen Orte herrschte, war zu sehr eingewurzelt, alsdaß sic dem Beispiele Jnnoccnz's gewichen wäre, derselbst ein Mann von einfachen Sitten nnd muster-haftem Lebenswandel war. Obgleich, wie sein Vor-gänger, der Politik Frankreichs gehorsam, besaßJnnocenz doch einen unbeugsamen, bedeutenden Ehr-geiz. Da ihm die Interessen der Kirche sehr am

- Matteo Millani lBuch III. Kap. 1i) sagt, die An-sprüche Jnnocenz VI. auf Gelehrsamkeit seien gering. In-dessen behaupten nach Zeferino Re andere Autoritäten, ersei ein „voovllonto gewesen. Er war Lehrer an

der Universität zu Toulouse.