Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
146
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unversehens auf bisher unbeachtete Gegenstände, oderauf bisher nur angedeutete, nicht entwickelte Eigen-schaften der Charaktere zu bringen. In der Wirk-lichkeit aber dient der Stillstand in der Handlung nurdazu, alle die verschiedenen Umstände, die zu demgroßen Endergcbniß führen, zu sammeln und zu-sammenzufaffen; und die übliche Gewohnheit der Dicht-kunst wird nur aus Rücksicht für die edlere Treue derGeschichte verlasse». Wer der Welt die wahre Dar-stellung von dem Leben und der Zeit eines Mannesvorlegen will, und während er das Dramatische zumEpischen erweitert, seine Erzählung über die wechsel-vollen Ereignisse von Jahren ausdchnt, wird finden,daß er, ohne sich dessen bewußt gewesen zu sein,Shakespeare hierin nachahmte. Neue Charaktere,deren jeder dem Schluffe förderlich ist, — neue Scenen,deren jede auf die letzte hinführt, erheben sich vorihm während seines Wciterschreitens und scheinen demLeser bisweilen die gefürchtete Katastrophe aufzuhalten,während sie dieselbe-gerade beschleunigen. Die Opfer-prozeffion zieht dahin; sie wiH durch neue Ankömm-linge vermehrt und verliert Viele von Denjenigen,welche sich zuerst anschloffen, che endlich der Zugals ein Ganzes, aber i» den einzelnen Theilen, ausdenen er besteht, verändert, das verhängnißvolle Zieldes Altars und des Opfers erreicht!

Fünf Jahre sind seit den zuletzt erzählten Ereig-nissen verflossen, und meine Geschichte führt uns nunan den päpstlichen Hof in Avignon — diesen ruhigenSitz der Macht, wohin die Nachfolger des heiligen