Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
124
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unwürdigen Mitglieder gcringgeschätzt, waren doch iirjenen trüben Zeiten die besten, die unerschrockenstenund die heiligsten Diener, welchen Gott je die Machtübertrug, den Unterdrückern zu widerstehe» — dieHungrigen zn speisen — die Traurigen zu trösten,und die allein inmitten der heftigen Pest (die, gleich-sam wie ein losgclassener Dämon des Abgrundes,Alles zermalmt, was die Welt an Tugend und Gesetzbindet) wie durch den Schall einer Engclsposaune znder edelsten Nittcrtugend des Kreuzes zu erwachenschienen — dessen Glaube die Selbstverläugnung —dessen Hoffnung jenseits des LazaretheS ist — dessenFuß, schon für die Unsterblichkeit beflügelt, mit Sie-gerschritten über die Gräber des Todes hinwandelt!

Während so die Liebe ihre edelste Pflicht übte,kam die Straße herab, in welcher Adrian und Irenesich endlich getroffen — singend, taumelnd und tobenddie verworfene, zügellose Bande, welche ihr Quartierin dem Kloster Santa Maria de Pazzi aufgeschlagenhatte, ihren Vanditenhanptmann an derSpitze, der anjedem Arm- (doch nicht mehr in Nvnncnkleidern) eineNonne führte. „Hoch lebe die Pest!" jauchzte der Elende;„Hoch lebe die Pest!" wiederholte» die tollen Zecher.

„Hoch lebe die Pest, befreie sie immer nur

Den Schurken von der Kett', die Nonne vom Schwur,

Dem Schließer bring' sie Tod, den Gefangenen geb' sie log,Hurrah, du Erdenplag', mir ist dein Segen groß.»

„Hollah!" rief der Anführer und blieb flehen;„hier Margaretha, hier ist ein hübscher Mantel fürDich, mein Mädchen; Silber genug daran, Deine