Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
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sich gewöhnlich überlassen, sein Zimmer; ging dieTreppe hinab, schritt über den äußeren Hof und warschon an dem Thor, als er eine Stimme seinen Namenrufen hörte, welche Verdruß und Unruhe zu vcrrathenschien. Er wandte sich um und erblickte Mariana.

„Ei, wie, Signor di Castello, ist unsere Gesell-schaft so unerfreulich, unsere Musik so schnarrend,oder sind unsere Stirnen so gerunzelt, daß Ihr flieht^wie der Reisende vor den Heren, die er in Bene-vent trifft? Nein, Ihr könnt uns doch nicht verlassenwolle» ?"

„Schöne Dame," versetzte der Cavalier, etwasausder Fassung gebracht, „vergebens bemühe ich mich,meinen Trübsinn zu verscheuchen, oder mich in diean Eurem Hofe nothwendige Stimmung zu versetzen,dem keine Traurigkeit sich nahen soll. Eure Gesetzelasten auf mir wie auf einem Verbrecher — besserbaldige Flucht als strenge Ausstoßung."

Mit diesen Worten ging er weiter und wäre durchdas Thor geschritten, wenn nicht Mariana ihn beimArme gefaßt hätte.

„Nein," sagte sie sanft; „sind hier denn keineAugen voll dunkeln Lichtes und kein schneeweißer Nacken,die Dich für die Abwesende entschädigen können?Bleibe und vergiß, wie ohne Zweifel in Deiner Ab-wesenheit auch Du vergessen bist!"

„Dame," antwortete er mit tiefem Ernste und nichtohne eine Beimischung von übel verhehlter Verachtung,„ich habe nicht lange genug im Angesichte und unterde» Tönen des SchmcrzcnS verweilt, daß mein Herz