Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
114
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Nun, Königin, ich bitte Dich, nimm Deinen neuenUnterthanen auf."

Die Königin reichte Adrian die Hand und führteihn zu der Gruppe, die in einiger Entfernung nochimmer auf dem Grasplatze stand. Sic empfingen ihnwie einen Bruder und verziehen ihm ans Artigkeitgegen sein gutes Aussehen und seinen berühmtenNamen bald seine etwas zerstreute Höflichkeit.

Die Königin klatschte in die Hände und die Ge-sellschaft setzte sich wieder auf dem Nasen, jede Dameneben ihren Cavalier. „Ihr, Mariana, wenn Ihrnicht zu müde seid," sagte die Königin, „sollt dieLaute nehmen und diese lärmenden Heuschrecken zumSchweigen bringen, die so anmaßend um uns herzirpen, als ob sie Nachtigallen wären. Singe, holdeUntcrthanin, singe, und zwar daS Lied von unseremtheuren Freunde Signor ViSdomini,* als eine Artvon Einweihungsgesang für die an unserem Hofe Auf-gcnommenen."

Mariana, welche sich an Adrian'S Seite nieder-gelassen hatte/ nahm die Laute und sang nach einemkurzen Vorspiel die folgenden, hier mangelhaft über-setzten Strophen:

Ficb der storentinischen Dame.

Genieße dovvelt du des Mittags Sonnenschein,

Wenn zweifelhaft dir ist das Morgen;

* Ich weiß nicht, ob dies derselbe ViSdomini ist, derdrei Jahre später mit einem der Medici eine so bedeutendeVerstärkung nachdem damals von dem Visconti d'Olcggiobelagerten Scarperia führte.