Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
26
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nichts, so lange Nicnzi lebt, bleibt die Frau auch sei-nes bittersten Feindes sicher und in Ehre». Bald wirdbas Volk hier sein; unsere Wachen sollen euch sichernach Hause geleiten, oder soll dieser Palast eureFreistätte sein — denn, ich sage euch, eure Männerhabe» euch in eine große Gefahr gestürzt. Und binnenwenigen Tagen mögen die Straßen Roms Vlutbächengleichen."

„Wir nehmen Euer Anerbieten an, Tribun,"sagte die Signora Frangipani, gerührt und widerihren Willen durch das Benehmen des Tribuns vonEhrfurcht ergriffen. Und während sie sprach, sanksie auf ein Knie, nahm das Taschentuch auf und reichteeS Nina ehrerbietig mit den Worte» : „Madame, ver-gebt mir. Zch allein unter den Anwesenden achte Euchin Eurer Gefahr mehr, als in Eurem Stolze."

„Und ich," versetzte Nina, indem sie sich in an-muthiger Vertraulichkeit auf Rienzi'S Arm lehnte, icherwidere, wenn Gefahr da ist, so haben wir um somehr Stolz nvthig."

Jenen ganzen Tag und die ganze Nacht ertöntedie große Glocke des Capitols. Aber als der folgendeTag anbrach, war die Versammlung dünn und zer-streut ! große Furcht hatte die Herzen des römischenVolkes bei der Flucht der Barone ergriffen, und siemachten Rienzi laute und bittere Vorwürfe, daß erihnen durch seine Schonung ein so unheilvolles Ver-fahre» möglich gemacht habe. An diesem Tage dauertendie Gerüchte fort; die Murrenden blieben größtcntheilSin ihren Häusern, oder sammelten sich in verdrossenen.

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