25
Geiseln lassen, oder sind sie, bei Gott, keine gefälligeEhemänner. Sv, Madame/ sich rasch gegen die GattinGianni Colonna'S wendend, „ist Encr Gemahl nachPalestrina geflohen; der Eurige, Signora Orsini, nachMarino; der Eurige ebendahin, schöne Frau von
Frangipani, — ihr kämet hierher, um-Aber
ihr seid unverletzlich und sicher selbst vor einem Worte/
Der Tribnn hielt einen Augenblick inne und be-mühte sich sichtlich, seine Aufregung zu bekämpfen,als er den Schrecken bemerkte, den er verursacht —
! sein Blick fiel auf Nina, die, ihren vorigen Aergervergessend, ihn mit ängstlichem Staunen betrachtete.„Ja, Madame," sagte er zu ihr, „Ihr seid in derschönen Versammlung vielleicht die Einzige, welchenicht weiß, daß die Edeln, welche ich neulich aus derHand des Henkers rettete, sich zum zweitenmal ver-schworen haben. In der Stille der Nacht haben sicihre Hcimath verlassen, und schon rufen sic die Heroldeals Verräthcr und Rebellen aus. Rienzi vcrgibtnicht mehr!"
„Tribun," rief die Signora Frangipani, die mehrkühnes Blut in ihre» Adern hatte, als ihr ganzesHauS, „wäre ich von Deinem Geschlcchtc, ich wolltedie Worte Verräthcr und Rebell, die Du auf meinenGemahl anwendest, Dir selbst vorwcrfen ! — StolzerMann, bald wird der Papst dieses Geschäft über-nehmen!"
„Euer Gemahl ist mit einer Taube gesegnet, meineSchöne," sagte der Tribun verächtlich. „Damen, fürchtetI Bulwcr, Rienzi. II. 3