entdeckten Verbrechens machte alle Hoffnung auf Si-cherheit in ihnen schwinden. Die Hand ihres eigenenBanditen konnte gegen sie bewaffnet sein, oder mankonnte sic einzeln, Einen nach dem Andern, tödten,wie es die gewöhnliche Tpranncnlist jener Zeit war.Sonderbar genug war Lnca di Savclli derjenige, wel-cher am meisten auf unverzügliche Empörung drang.Furcht vor dem Tode machte den Feigen tapfer.
Unfähig , die schwärmerische Großmnth des Tri-buns auch nur zu begreifen, waren die Barone nochunruhiger, als am folgenden Tage Rienzi sie Einennach dem Andern rufen ließ, sie mit Geschenken über-häufte und bat, das Vorgefallene zu vergessen, mehrsich als sie entschuldigte und ihre Aemter und Würdenvermehrte.
In der Abenteuerlichkeit eines Herzens, dem dieKönigSwürde natürlich war, glaubte er, es gebe hierkeinen Mittelweg — und er könne die Feindschaft, dieer nicht durch den Tod zum Schweigen bringen wollte,durch Vertrauen und Gunstbezeigungen vernichten. Einsolches Benehmen hätte bei einem geborenen Fürsten,gegenüber von erblichen Unterthanen, von Erfolg seinkönnen; aber der Edelmuth eines Mannes, der sichplötzlich über seine bisherige» Gebieter erhoben, istnur prahlerischer Hohn. Rienzi beging hierin undvielleicht in seiner Vergebung selbst einen unglücklichenPolitischen Fehler, der dem finsteren Scharfsinn einesVisconti, oder in späteren Zeiten eines Borgia niezur Last gefallen wäre. Aber eS war der Jrrthumeiner edeln und großen Seele.