Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
16
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Sonne warf ihr- Strahlen auf die blutrothen Wände,in welchen die Barone, in Ordnung in den Saal ge-führt, ihr Schicksal zu lesen glaubten.

„Meine Herren," sagte der Tribun, „Ihr habtgegen die Gesetze Gottes und der Mensche» Euch ver-gangen; Gott aber lehrt den Menschen Gnade üben.Sehet endlich ein, daß mein Leben durch eine» mäch-tigen Zauber geschützt ist. Auch ist der, den der Himmelzu hohen Zwecken aus der Hütte auf den Dolksthronerhob, nicht ohne unsichtbaren Beistand und geistigenSchutz, Wenn erbliche Monarchen für heilig gehaltenwerden, wie viel mehr derjenige, durch dessen Machtdie göttliche Hand ein klares Zeugniß abgelegt hat!Ja, über dem, der nur für sein Vaterland lebt, dessenGröße das Geschenk seines Vaterlandes, dessen Lebendie Freiheit seines Vaterlandes ist, wachen die Seelender Gerechten und die schlaflosenAugen der mitSchwer-tern bewaffneten Seraphim! Belehrt durch das Fehl-schlagen Eures letzten Planes und die Gefahr, inwelcher Ihr Euch jetzt befindet, gebet Euren Grollgegen mich auf, ehret die Gesetze, achtet die FreiheitEurer Stadt und bedenket, daß kein Staat ein edleresSchauspiel gewähren kann, als wenn Männer, ge-boren wie Ihr — von patrizischem und berühmtemRange — ihre Macht gebrauchen, um ihre Stadt zuschützen, ihren Reichthum, um ihre Künste zu pflegen,ihre Ritterlichkeit, um ihre Gesetze zu vertheidigcn!Nehmt Eure Schwerter zurück — und den Ersten,der die Freiheiten Roms angrcift, laßt Euer Opfersein — nnd wäre es der Tribun selbst. Eure Sache