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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

fürchtete Herodes einen Hohenpriester längere Zeit im Amte zu lassen,setzte er nicht lange darauf an dessen Stelle einen andern ein, Ana-nias ben Nebedal*) oder Jochanan ben Nebedai (um 46), dersich durch weiter nichts als durch seine Gefräßigkeit berühmt gemachthat. Man erzählt sich von ihm, daß zu seiner Zeit niemals übrig-gebliebene Opferstücke vorgekommen seien ^).

Herodes II. konnte also in einem gewissen Sinne als König vonJudäa angesehen werden. Nur auf den Gang der politischen Ange-legenheiten besaß er keinen Einfluß. Die von ihm erhaltenen Münzenhaben lediglich auf sein eigenes Königreich Chalkis Bezug. Die poli-tische und richterliche Macht war in den Händen der Landpfleger.Das Synhedrion, das unter Agrippa und Gamaliel sein altes Ansehenwieder erlangt hatte, büßte es unter den Landpflegern wieder ein^).

Fadus hatte während seiner Verwaltung auch einen messianischenAufruhr zu dämpfen. Ein gewisser Theudas trat als Prophet oderMessias auf und fand an 400 Gläubige, so sehr war die messianischeErlösung die Sehnsucht des Volkes geworden. Schwerlich wird Theudasein bloßer Betrüger gewesen sein. Er mag vielmehr, dem Herzens-drange folgend, Träume zu verwirklichen gesucht haben. Darum ver-hieß er seinen Anhängern als Zeichen seiner Messianität, daß er denJordan spalten und sie trockenen Fußes hindurchführen werde. Alsdann seine Anhänger mit Hab und Gut sich dem Jordan näherten,verfolgte sie eine von Fadus ausgesandte Reiterschar, tötete viele, machteandere zu Gefangenen und hieb das Haupt des Schwärmers ab, dasnach Jerusalem gebracht wurde (um 46). Nicht lange darauf wurdeFadus abbernfen und an seine Stelle kam der zum Heidentums über-getretene Tiberius Julius Alexander, der Sohn des ArabarchenAlexander und Neffe des judäischen Philosophen Philo. Tiberius hattebereits die Würde eines römischen Ritters inne^). Der Kaiser glaubtegewiß durch die Ernennung eines geborenen Judäers aus einem an-gesehenen Geschlechts zum Landpfleger der judäischen Nation einenBeweis seines Wohlwollens zu geben und sie für den Verlust derSelbstregiernng zu entschädigen. Er wußte nicht, daß die empfindlichenGemüter sich nur noch mehr verletzt fühlen mußten, von einem Ab-trünnigen regiert zu werden. Das Volk scheint sich auch unter Tiberius'Verwaltung sehr unbehaglich gefühlt zu haben; die Zeloten erhobenwieder ihr Haupt und reizten zum Aufruhr. Sie hatten Führer anden Söhnen des Zelotenstifters Juda, des Galiläers (o. S. 251, 259),

*) Dieselbe Note. ") Vergl. dieselbe Note.

2) Josophus Altert. XX, 5, 1. Apostelgeschichte 5, Sv.

Tacitus Annnlen 15, 28. ^ Jgs^hus das. 5, 2.