Das judäisch-hellenistische Schrifttum.
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Fabeln hat Artapanos in Moses Lebensbeschreibung eingeflochten. —Ein Dichter Ezekielos (Theodektes?) bearbeitete die Geschichte Mosesund des Auszuges aus Ägypten zu einem Drama und ließ die darinauftretenden Personen: Mose, seine Frau Sepphora, Ragnel, seinenSchwiegervater, und selbst Gott in griechischen Versen sprechen. DieseHellenisierung der israelitischen Urgeschichte scheint in einigen KreisenAnstoß erregt zu haben, als wäre das Heilige dadurch entweiht.Als Ezekiels' Augenlicht durch ein Leiden erlosch, wurde es als eineStrafe wegen dieser Entweihung angesehen. Dieses Drama hat denTitel „Auszug" ist jedoch wie das ganze ältere judäisch-
griechische Schrifttum nur bruchstückweise erhalten. Ganz unbedeutendeFragmente sind noch vorhanden von einem Theophilos über dasGeschenk, welches Salomo dem lyrischen König Hiram gesendet habensoll, und von einem Aristaias über die Abstammung des Dulders Hiob,und diese Bruchstücke lassen nicht einmal ans den Inhalt oder Charakterihrer Schriften schließen.
Neben diesen Schriften entstanden Übersetzungen einzelner Bücherder heiligen Schrift ins Griechische. Der jüngere Sir ach, Enkel desältern Jesua Sirach Z, welcher unter Ptolemäus Physkon ausgewandertwar, übertrug die Sprüche seines Großvaters ins Griechische"). Vondem Buche Esther, das erst während der Leiden der Makkabäerzeitentstanden ist ^), sind mindestens zwei griechische Übersetzungen angelegtworden, die zugleich Zusätze, Ausschmückungen und Wundererzählungenenthalten. Ganz besonders ließen es sich die Übersetzer angelegen sein,Gottes Hand, was das Original vermissen läßt, bei der Errettungdes Volkes unter Ahasverus zu zeigen, Wunder in die so nüchterne,so aller Wunder bare Erzählung einzuflechten, und einen TraumMardocha'is zu erdichten, der ihm die Leiden und die Errettung vorausverkündet hättet).
Ein wohl in Alexandrien lebender judäisch-griechischer Schrift-steller, der, um die Griechen von der Vortrefflichkeit der judäischenLehre zu überzeugen, unter dem Namen des griechischen Geschichts-schreibers Hekataios von Abdera schrieb, behandelte zwar ebenfallsdie alte Geschichte und hinterließ eine Schrift über Abraham. Aberam meisten lag ihm daran, die Vorgänge, welche die Judäer untergriechisch-mazedonischer Herrschaft betrafen, zur Kenntnis zu bringen.Psendo-Hekataios^) stellte dar, daß Judäer nicht bloß unter Alexander
i) Vergl. B. II. k, S. 281. ") Vergl. o. S. 4V, Amn. 2.
Vergl. B. II. b, S. 339.
-fl Über die griechischen Übersetzungen von Esther soll an einer anderenStelle abgehandelt werden. Vergl. Note 3.