Agrippa I.
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Agrippa machte von seinem Rechte, die Hohenpriester zu ernennen,den richtigen Gebrauch. Er wählte statt Theophilos, den noch Vitelliuseingesetzt hatte, Simon Kantheras, welcher Simon der Frommegenannt wurdet, gerade so wie der drei Jahrhunderte vorher, nochvor der Makkabäerzeit regierende. Er hatte bei der betrübendenNachricht von Caligulas befohlenem Eingriff in den Tempel das Volkberuhigt (v. S. 340).
Nur ein einziger angesehener Pharisäer, Simon, ohne Zweifelvon der strengen schammaitischen Schule, vergaß Agrippas Herkunftnicht und versuchte, seinen Anhang gegen ihn einzunehmen, als sei erunwürdig zum König, unwürdig, den Tempel zu betreten. Agrippabefand sich gerade in Cäsarea, als der Stadthauptmann Silas ihmmeldete, Simon wiegele das Volk gegen ihn auf. Er ließ darauf denunversöhnlichen Tadler zu sich kommen und ihn neben sich setzen, fragteihn nach dem Grunde seiner Unzufriedenheit und entwaffnete den strengenPharisäer so sehr durch seine Freundlichkeit, daß ihn dieser um Verzeihungbat. Reich beschenkt entließ ihn Agrippa st. Dieselbe Milde undLangmut zeigte er gegen den von ihm zum Reiterobersten und Stadt-hauptmann erhobenen Silas, der nicht aufhörte, den König an seinefrüheren unangenehmen Verhältnisse zu erinnern. Er reizte Agrippaso oft, daß er ihn seines Postens entsetzte und in den Kerker werfenließ. Aber bald gewann die Erinnerung an die von Silas ihm ge-leisteten Dienste die Oberhand; er wollte ihm die Freiheit geben undihn wieder an seine Tafel ziehen. Der rohe Mensch blieb jedoch beidiesen Beweisen von Güte ungerührt, verdoppelte seine Borwürfe undzwang Agrippa, ihn unschädlich zu machen; er ließ ihn im Kerkers.An seine Stelle setzte er einen Judäer, seinen Freund Chelkia, zumReiterobersten st. Auffällig war sein Verhalten bei der Wahl derHohenpriester. Er hat in den drei Jahren seiner Regierung drei ge-wählt, jedes Jahr einen anderen. Den würdigen Simon Kantheras
st Bergt. Note 19.
") Josephus Altert. XIX, 7, 4.
st Das. 7, 1. Der Xbocla Lara p. 55 a. erwähnte Feldherr bnv
rwnimr bn'Arz pi r>n scheint Silas zu sein, und man muß lesen
vs'-un nrr -uv wie Raschi andeutet. Da'Silas lange mit Agrippa und injudäischen Kreisen verkehrt hat, so ist es nicht auffallend, daß er mit dem In-halte des Pentateuchs bekannt war und an einen Vers aus demselben, welcherdas Verhältnis des Judentums zum Heidentum darstellt, eine Frage geknüpfthat. Der Gamaliel, an den die Frage gerichtet ist, kann daher nur der älteregewesen sein, Agrippas I. Zeitgenosse.
st Folgt aus Jos. Altert. XIX, 8, 3. Es ist wohl derselbe, welcher das.ILVIII, 8, 4 'L-.. ö genannt wird. Vergl. Monatsschrift 1885, S. 206.