Agrippa I.
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der edelsten Judäer seiner Zeit, war Verwalter der Güter der jüngerenAntonia, der Tochter des Triumvirn Antonins aus seiner ersten Ehemit Angustus' Schwester, welche dieser Kaiser ihr aus der Hinter-lassenschaft ihres Vaters in Ägypten überlassen hatte H. Der Arabarchmuß sich wohl so große Verdienste um die kaiserliche Familie erworbenhaben, daß er in dieselbe als Wahlsohn ausgenommen wurde; er durftedaher seinem Namen die Namen des Kaiserhauses hinzufügen: TiberiusJulius Alexander, Sohn des Lysimachos ^). Er besaß ohne Zweifeldie feine griechische Bildung seiner Zeit; denn sein Bruder Philogehörte zu den geschmackvollsten Kennern derselben. Nichtsdestowenigerhatte der Arabarch Alexander eine tiefe Anhänglichkeit an seine Stammes-genossen und den Tempel. Er ließ sämtliche Türflügel der Pforten desHeiligtums, welche von dem äußersten Vorhof in den Vortempel, deninnersten Vorhof, führten, mit Ausnahme des Nikanortors (o. S. 226),mit gediegenem Gold belegen b).
Dieser Alexander wollte Agrippa nicht untergehen lassen, abermißtrauisch gegen den maßlosen Schuldenmacher, bewog er dessen Gattin,sich für ihn zu verbürgen. In Rom angekommen (Frühjahr 36), begannfür Agrippa ein neues Abenteurerleben. Anfangs vom Kaiser Tiberiusauf der Insel Capri freundlich empfangen, aus Erinnerung an AgrippasUmgang mit dessen verstorbenem Sohne, fiel er gleich darauf in Ungnade,als der Kaiser erfuhr, welche Summe er dem kaiserlichen Schatz schuldete.Aus dieser neuen Verlegenheit half ihm seine Gönnerin, die jüngereAntonia, des Kaisers Schwägerin (o. S. 314), die für Agrippas MutterBerenice, die mit ihrem Sohne zu dessen Erziehung in Rom gelebthatte, ein freundliches Andenken bewahrt hatte. Durch ihre Vermittelungkam der abenteuernde Fürsten-Enkel zu Ehren und wurde der vertrauteFreund des Thronfolgers Casus Caligula. Und als wollte das Glückalle seine Launen an ihm auslassen, wurde Agrippa dem Umgang mitdem künftigen Kaiser entrissen und in den Kerker geworfen, weil ereinst, um Caligula zu schmeicheln, den Wunsch geäußert hatte: „Wenndoch Tiberius bald aus dem Leben schiede und einem Würdigeren dasReich überließe". Einer seiner Sklaven hatte die unbesonnene Äußerungdem Kaiser hinterbracht. Im Kerker blieb Agrippa sechs Monate biszu Tiberius' Tode (Okt. 36 bis März 37). Mit der Thronbesteigungseines Freundes Caligula ging für Agrippa der Glücksstern auf. Derneue Kaiser befreite ihn aus dem Kerker, schenkte ihm zum Andenkenan die seinetwegen erduldeten Leide» eine goldene Kette statt der
Z Josephus Altert. XIX, 5, 1.
") Sein Sohn wurde genannt Tiberius Julius, vergl. 6orp. Insorr.Ornseo. III, Nr. 4957. Josephus j. Kr. V, 5, 3.